Aktuelles
05.2026: Mit dem BUND und dem Rad auf dem Wildkatzen-Infopfad "Ost"
Der BUND-Kreisverband lädt ein zur Radtour “Ost” auf dem Wildkatzenkorridor: Am Samstag, 23. Mai, führt Dr. Andrea Lehning, Wildkatzenreferentin des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg, die rund drei Stunden dauernde, landschaftlich reizvolle Tour ab Marbach durchs Bottwartal über Oberstenfeld, Winzerhausen und Mundelsheim bis zum Bahnhof Bietigheim-Bissingen. Eine „komoot“-Darstellung dazu finden Sie unter https://www.bund.net/wildkatze-ludwigsburg > Radinfopfad. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr in der Kirchenweinbergstraße auf Höhe des Bahnhofs in Marbach.
04.2026: Neue Gewerbeflächen sind überflüssig und schädlich
Ludwigsburg. „Eine Planung von vorgestern“, nennt der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Gewerbegebietsplanungen im Landkreis, speziell das Gebiet „Benzäcker“ bei Mundelsheim und das Gebiet „Laiblinger Weg“ bei Schwieberdingen. Obwohl sie offiziell der Transformation der Autoindustrie dienen sollen, würden damit nicht nur wertvoller Boden und Natur zerstört, sondern auch die eigentlichen Ziele zum Umstieg auf die E-Mobilität verfehlt.
Beide Gewerbegebiete sind Teil der vom Verband Region Stuttgart verfolgten Strategie, im Norden der Region große Flächen für Logistik und für die Transformation der Autoindustrie, sprich für E-Mobile, auszuweisen. Der Industrie in der Region solle dadurch erhalten werden. Doch „der Plan, allein mit neuen Flächen Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen bzw. zu erhalten, funktioniert schon seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich“, meint der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig.
Die entscheidende Frage sei doch: Müssen wir die negativen Folgen für Klima und Natur in Kauf nehmen, weil wir die Gewerbegebiete unbedingt brauchen? Flaig verneint das: „Bei „Neu“-Ansiedlungen verlagern die Unternehmen in aller Regel Betriebsteile und bauen dabei oft sogar Arbeitsplätze ab.“ Und was passiere dann mit den Altstandorten? Es komme nicht von ungefähr, dass es in der Region so viele Gewerbebrachen gebe.
Auch die E-Mobilität als „neue“ Branche werde hier nicht helfen. „Da fallen unterm Strich ja Arbeitsplätze weg, weil immer weniger Verbrenner gebaut werden“, erklärt Flaig. „Was passiert zum Beispiel mit den Werkshallen von Bosch in Feuerbach, wenn die 4000 Mitarbeiter am common-rail-Diesel dort nicht mehr arbeiten? Oder mit den riesigen Flächen des Daimler-Motorenwerks in Untertürkheim? Stehen die dann leer?“
Wäre es nicht viel besser, wenn die Produktion Stück für Stück in den vorhandenen Werkshallen umgestellt werde, fragt Flaig. Die Klimakrise und das Artensterben könnten nicht länger ignoriert werden, nur weil ohne zusätzliche Flächen die Transformation der Autoindustrie aufwändiger ist.
Seit Jahrzehnten findet laut BUND in den Kommunen die immer gleiche Angebotsplanung für Gewerbeflächen statt. Was früher vielleicht richtig war, müsse heute dringend geändert werden. Nötig sei heute eine bedarfsorientierte, kooperative Flächenplanung fürs ganze Land – weg von der unseligen und für die Steuerzahler teuren Konkurrenz der Kommunen.
Unsere Gesellschaft brauche gesunde und preiswerte Lebensmittel, Tierwohl, Arten- und Klimaschutz, weniger Straßenverkehr und weitere Dinge, die unsere Lebensgrundlagen sichern. Nicht aber weitere sinnlose Gewerbegebiete, die alles (zer)störten, was wir brauchen. Die geplanten Gewerbegebiete seien pure Kirchturmpolitik, die sich nicht nur ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich schädlich auswirkten. „Alle selbst gesteckten Ziele der Vorhaben von weiterem Industriewachstum werden verfehlt“, ist Flaig überzeugt.
04.2026: Baumeinschlag wieder heftig – viele Bäume und Sträucher haben den Winter nicht überlebt
Das Abholzen von Bäumen und Hecken hält laut dem BUND-Kreisverband unvermindert an oder nimmt sogar noch zu. Heckenstreifen und Baumreihen werden laut dem Umweltverband weit über das naturverträgliche Maß hinaus gestutzt – jedes Jahr aufs Neue.
Seit Jahren beobachtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Kreis Ludwigsburg die Baumeinschläge und die Abholzung von Gehölzbeständen wie Hecken und Baumreihen. So auch wieder während des Jahres 2025 und im Winterhalbjahr 2025/26. „Die Abholzungen nehmen seit etwa 2014 ständig zu“, weiß der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig zu berichten.
Auch andere Umweltverbände würden die heftigen Eingriffe beklagen, die auch vor hochwertigen Naturschutzgebieten nicht Halt machten. So beklagt die NABU-Gruppe Schwieberdingen-Hemmingen schwere Eingriffe im Glemstal mit bis zu 1200 gefällten Bäumen u.a. in das streng geschützte Flora-Fauna-Habitat ,,Strohgäu und unteres Enztal". Auch im Kirbachtal bei Sachsenheim-Ochsenbach wurden kürzlich etliche Bäume ohne ersichtlichen Grund vollständig abgeholzt.
Gründe für die Eingriffe sind meist Interessenskonflikte zwischen Belangen des Naturschutzes und den Kosten bei öffentlichen Ausschreibungen. „Ein schonender Pflegeschnitt kostet einfach mehr, weil aufwändiger“, meint Flaig. Auch die Angst vor Haftungsrisiken spiele eine große Rolle: Bei nachträglich in Schutzgebieten gebauten Radwegen wolle man die Nutzer vor möglichen Schäden bewahren.
„Wir haben das Problem u.a. mit Radwegen entlang der Rems, wo viele Hundert Bäume im FFH- und Naturschutzgebiet gefällt wurden und werden. Nicht nur hier waren streng geschützte Tierarten betroffen“, betont Flaig. Der BUND empfiehlt, auf die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen und sie durch Hinweisschilder daran zu erinnern. „Eine Vollkaskogarantie gegen alle Gefahren gibt es nicht. Die Eigenverantwortung wäre auch ein Beitrag zur Einsparung von Kosten und zum Abbau von Bürokratie“, ist Flaig überzeugt.
Auf massive Eingriffe in ein überaus wertvolles Waldgebiet, das Osterholz zwischen Asperg und Ludwigsburg, wies die Vorsitzende des BUND-Ortsverbandes Ludwigsburg Heidi Kainz hin: „Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat hier eines der hochwertigsten Waldstücke im Landkreis massiv beschädigt“. Dabei wurden für den Bau einer Baustraße mit Reifenwaschanlage 256 Bäume, darunter 17 Habitatbäume (Nist- und Wohnquartiere geschützter Arten) gefällt. Die nachgewiesenen 11 Fledermausarten und die 34 Vogelarten, die sämtlich unter strengem Schutz stehen, belegten den sehr hohen ökologischen Wert des Waldes. Die Vorschläge des BUND zur Vermeidung oder Minderung des Eingriffs wurden abgebügelt. Heidi Kainz fordert von den Beteiligten ein Artenmonitoring, welches die Schäden an der Artenvielfalt dokumentiert und Ausgleichsmaßnahmen benennt.
Auch innerhalb der Kommunen werden laut BUND Bäume in großer Zahl abgesägt. So wurde etwa der private Park der Unternehmerfamilie Elbe in Bietigheim-Bissingen durch die Bietigheimer Wohnbau GmbH (BW) platt gemacht. Dabei hat das städtische Beteiligungsunternehmen nicht zum ersten Mal in parkartige Baumbestände eingegriffen. Die Bemühung von BUND, Schwäbischem Albverein und einer Bürgerinitiative um die Erhaltung des Parks sowie Vorschläge zur Verminderung des Eingriffs prallten an dem Unternehmen und der Stadtverwaltung ab. Der BUND hat auch hier ein Artenmonitoring gefordert.
Häufig werden dem BUND auch Eingriffe in Gehölze um Wohnanlagen oder die Entfernung sehr alter Bäume auf Privatgrundstücken gemeldet. Gründe sind Laubfall, Schattenwurf oder Planungen zur Neuversiegelung. Auch werden Bäume und Wildhecken oft unsachgemäß geschnitten, was zur Verstümmelung und Schäden an den Gehölzen führt. Der BUND empfiehlt deshalb, die ZTV-Baumpflege 2017 zu beachten und in die Ausschreibungen aufzunehmen. Um Verwundungen möglichst gering zu halten, sollten danach keine Äste über 7 cm Durchmesser abgesägt werden.
Der BUND beobachtete außerdem zahlreiche Baumfällungen und Eingriffe in Schutzgebiete beim Bau der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL), der derzeit größten Baustelle quer durch den Kreis Ludwigsburg. Auch entlang der Gehölzstreifen an Straßen wurde wieder massiv eingegriffen. Dabei beseitigen die Straßenbaubehörden abschnittsweise Hecken auf etwa 40 Meter Länge.
„In der Summe wirkt sich das schon gravierend aus“, weiß der Beauftrage für Alleen und Straßenbegleitgrün des BUND-Kreisverbandes, Conrad Fink. So wurden z. B. entlang der L 1113 zwischen Freiberg und Ingersheim 13 Teilabschnitte freigeschnitten. Das ist in der Summe eine Gesamtfläche von etwa 4160 m². Bei einem Gesamtstraßennetz von rund 685 km können sich die Eingriffe auf mehrere Hektar summieren. Dabei gäbe es weit naturschonendere Möglichkeiten zur Gehölzpflege. Diese sollten von der öffentlichen Hand immer angewandt oder ausgeschrieben werden, empfahl Fink abschließend.
03.2026: „Frühling immer früher und kürzer – Natur braucht gerade jetzt Rücksichtnahme“
Obwohl es im Januar einige kurzzeitige Kälteeinbrüche gab, war der Winter insgesamt überdurchschnittlich mild. Die Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus zeigen, dass 2025 das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn war. Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten aufheizt. Das führt nach Kenntnis des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu einer Verschiebung der Jahreszeiten.
„Der Frühling beginnt durch die Klimaerhitzung immer früher und ist kürzer“, so Stefan Flaig, der Vorsitzende des BUND-Kreisverbands Ludwigsburg. Die Vegetation entwickelt sich bis zu zwei Wochen früher als in der Zeit vor der menschengemachten Klimaerhitzung. So habe der BUND festgestellt, dass eine ganze Reihe von Frühlingsboten, wie etwa die Winterlinge bereits Ende Januar ausgetrieben haben, aber nach kurzer Zeit schon verblüht waren. Ähnlich sah es bei den Schneeglöckchen und den Krokussen aus.
Die jahreszeitlichen Verschiebungen bringen ökologische Prozesse aus dem Takt. Tiere und Pflanzen, die sich auf bestimmte saisonale Signale verlassen (z. B. Zugvögel oder Bestäuber), sind plötzlich Nahrungsmangel oder Fortpflanzungsproblemen ausgesetzt. Die Menschen freuen sich über die ersten warmen Tage, aber die Natur steht unter Stress. Um ihr zu helfen, gibt der BUND hier einige nützliche Hinweise.
Vögel brauchen während der Aufzucht eiweißreiches Futter
Viele Vögel beginnen mit der Revierbildung und der Brutgeschäfte heute schon Mitte Februar, wenn es noch keine Insekten für die Aufzucht der Jungen gibt. Auch für die Produktion der Eier benötigen sie Eiweiß. Da die Insektenpopulationen im großen Umfang eingebrochen sind, legen viele Vögel keine Eier oder ihre Jungen verhungern, wenn die Vogeleltern keine Insekten finden. Deshalb empfiehlt der BUND gerade jetzt das Zufüttern mit Vogelfutter, dem Insekten beigemengt sind.
Natur hat in der Vegetationszeit Ruhe verdient - Radikaler Baumschnitt ist out
Natur soll während des Frühlings und des Sommers – also in der Vegetationsperiode – möglichst in Ruhe gelassen werden. Störungen und Schädigungen wirken sich in dieser Zeit besonders gravierend aus. Die Motorsäge hat erst mal ausgedient, denn vom 1. März bis zum 30. September ist Vogelschutzzeit, und radikale Maßnahmen wie das Abschneiden, Fällen oder Roden von Bäumen und Hecken sind verboten. Form- und Pflegeschnitte sind jedoch erlaubt. Vor dem Pflegeschnitt einer Hecke sollte man jedoch auf belegte Nester achten. Wenn man ein Nest oder einen brütenden Vogel entdeckt, muss man den Heckenschnitt verschieben.
Die Natur braucht keinen Frühjahrsputz
Insbesondere im schwäbischen Haushalt ist der Frühjahrsputz gang und gäbe. Traditionell wird die Wohnung von Schmutz gesäubert. Das mag für Innenräume gut und richtig sein. In der Natur ist das nicht nötig. Oft veranstalten Gemeinden und Vereine im Frühjahr sogenannte Markungsputzeten, bei denen die Helfer in die Natur ausschwärmen, um Müll und Unrat einzusammeln. Diese Arbeiten stören brütende Vögel und Aufzuchten anderer Tiere, und die frisch sprießenden Kräuter und Blumen werden zertrampelt. Solche Arbeiten sollten grundsätzlich im Oktober stattfinden, wenn die Lebewesen ihre Reproduktion abgeschlossen haben.
Frühlingsblumen ausblühen und aussamen lassen
Im Rasen und auf kurz geschorenen Wiesen zeigen sich im zeitigen Frühjahr die sogenannten Frühlingsblüher wie Gänseblümchen, Veilchen, Scharbockskraut, Primeln, Gamander-Ehrenpreis, Vergissmeinnicht oder Wiesenschaumkraut. Sie erfüllen im Ökosystem eine wichtige Rolle, indem sie Nektar und Pollen für die gerade erwachten Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten bieten. Diese sind nach dem langen Winter und für die Aufzucht ihres Nachwuchses dringend auf diese erste Futterquelle angewiesen.
Deshalb der Appell an die Bewirtschafter von Gärten und Freizeitgrundstücken: Lassen Sie die ersten Blumen im Jahr ausblühen, indem sie den ersten Schnitt nach hinten verschieben oder lassen sie im Rasen eine Blumeninsel stehen. Auch Löwenzahn sollte ausblühen dürfen, muss aber nach dem Blühen gemäht werden, um Samenflug zu vermeiden, empfiehlt der BUND in seiner Mitteilung.
03.2026: Viel mehr öffentliche Mietwohnungen bauen
BUND spricht mit Landtagskandidaten der SPD
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach langem wieder die Parteien zur Landtagswahl zu Gesprächen eingeladen, in denen es um Themen wie Verkehr, Flächenverbrauch und Biodiversität gehen soll. Mit den drei Kandidaten der SPD im Landkreis gab es große inhaltliche Übereinstimmungen.
Die drei SPD-Kandidierenden Nathalie Ziwey, Daniel Haas und Torsten Liebig stimmten dem BUND darin zu, dass eine nachhaltige Mobilität nur mit deutlich weniger Autoverkehr als heute erreicht werden könne. Die SPD setzt dafür vor allem auf den Ausbau und die Zuverlässigkeit der Öffentlichen. Ein Ziel, für das sich der BUND auch schon seit Jahrzehnten einsetzt. Das allein reicht aber laut BUND nicht aus, es brauche gleichzeitig Beschränkungen für den Autoverkehr, sonst wachse nur der Gesamtverkehr.
Beim Thema Flächenverbrauch war man sich völlig einig, dass unterschiedsloses Bauen nicht gegen hohe Mieten hilft. Teure Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen senken nicht die Mieten. Nur mit öffentlich geförderten preiswerten Miet- und Sozialwohnungen kann die Wohnungsnot gemildert werden. Die SPD fordert dafür eine Landeswohnungsbaugesellschaft. Außerdem sollten Leerstände mit allen Mitteln für den Markt mobilisiert werden, waren sich BUND und SPD einig.
SPD und BUND beklagten beim Thema Biodiversität die isolierten, kleinen Naturschutzgebiete im Landkreis. Die vorhandenen Biotope müssten unbedingt besser verbunden werden. Dies sei unerlässlich für den Schutz zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, meinte der stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Burkhard Rübsamen. Große Probleme für den Artenschutz sehen BUND und SPD gleichermaßen bei der mangelhaften Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen und beim oft naturschädlichen Einfluss der Landwirtschaft und sehen großen Verbesserungsbedarf.
Beide Seiten schätzten den Austausch sehr und verständigten sich darauf, auch nach der Wahl weiter in engem Austausch zu bleiben.
Weitere Gespräche gab es leider nicht, da die Kandidierenden der CDU und der FDP nicht auf die BUND-Anfragen reagierten.
02.2026: Innerörtliche Radwege stärker vom Land fördern
BUND spricht mit Landtagskandidatinnen der Grünen
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Parteien zur Landtagswahl zu Gesprächen eingeladen, in denen es um Themen wie Verkehr, Flächenverbrauch und Biodiversität gehen soll. Mit den Kandidatinnen der Grünen im Landkreis gab es weitgehend inhaltliche Übereinstimmungen.
Terminbedingt fehlte beim Gespräch der Bietigheimer Kandidat Tayfun Tok, aber die zwei Kandidatinnen Silke Gericke (Ludwigsburg) und Meike Günter (Vaihingen) vertraten für alle drei die Positionen der Grünen. Sie stimmten dem BUND darin zu, dass für das Ziel einer Nachhaltigen Mobilität neben einer Verbesserung des ÖPNV und Radverkehrs auch Beschränkungen für den Autoverkehr wie beispielsweise das Parkraummanagement notwendig seien. Unterschiede gab es jedoch bei der Frage, ob das Land hier wirksam eingreifen könnte, da viele Aufgaben wie die innerörtliche Radwegeplanung bei den Kommunen lägen. Der BUND verwies darauf, dass das Land solche Maßnahmen gezielt fördern könnte.
Einig war man sich beim Thema Flächenverbrauch, der unbedingt reduziert werden müsse. Der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig betonte, dass es rein rechnerisch genug Wohnraum für alle Menschen im Landkreis gebe, der aber schlecht verteilt und fast immer zu teuer sei. Teure Einfamilienhäuser neu zu bauen, würde nirgends die Mieten senken. Es brauche deshalb vor allem dauerhaft preiswerte Mietwohnungen. Die Grünen betonten, dass sie trotz gestiegener Baukosten Umbau und Nachverdichtung vereinfachen und Dachausbauten erleichtern wollen – für neuen Wohnraum ohne zusätzliche Flächenversiegelung. Eine weiterentwickelte Wohnraumförderung schaffe zudem bessere Bedingungen für bezahlbares Bauen.
Das Gesetz, 15 Prozent der Landesfläche bis 2030 als Biotopverbund zu sichern, haben die Grünen in der Regierung durchgesetzt. Der BUND bat darum, sich weiterhin für die Realisierung des Gesetzes einzusetzen. Dies sei unerlässlich für den Schutz zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, meinte der stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Burkhard Rübsamen. BUND und Grüne im Kreis waren sich abschließend einig, dass sie sich auch künftig miteinander austauschen wollen, um den Landkreis nachhaltiger gestalten zu können.
02.2026: Viel mehr öffentliche Mietwohnungen bauen
BUND spricht mit Landtagskandidierenden der Linken
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach langem wieder die Parteien zur Landtagswahl zu Gesprächen eingeladen, in denen es um Themen wie Verkehr, Flächenverbrauch und Biodiversität gehen soll. Den Auftakt machten die drei Kandidierenden der Linken im Landkreis, mit denen es große inhaltliche Übereinstimmungen gab.
Die drei Linken-Kandidierenden Ingrid Petri, Nadja Schmidt und Steve Burgstett stimmten dem BUND darin zu, dass große Elektro-SUV nicht der Weg zu einer Nachhaltigen Mobilität sein können. Stattdessen sollte der Autoverkehr mit wirksamen Maßnahmen reduziert werden, bei gleichzeitiger Verbesserung des ÖPNV und Radverkehrs. Auf Straßenneu- und -ausbau sei ganz zu verzichten, der Erhalt von Straßen habe absoluten Vorrang, darin waren sich BUND und Linke einig.
Zum Thema Flächenverbrauch und Wohnen erläuterte der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig, dass es rein rechnerisch genug Wohnraum für alle Menschen im Landkreis gebe, der aber schlecht verteilt und meist zu teuer sei. „Es gibt eigentlich keine Wohnungsnot, sondern eine WohnungsPreisnot“, betonte Flaig. Die öffentliche Hand müsse deshalb vor allem eigene preiswerte Mietwohnungen, sprich Sozialwohnungen bauen, und solche baue man nicht auf der Grünen Wiese, sondern im Siedlungsbestand verteilt. Weitere teure Einfamilienhäuser würden die WohnungsPreisnot nicht lindern. Eine BUND-Forderung, der sich die drei Linken uneingeschränkt anschließen konnten. Von ihnen kam zusätzlich der Vorschlag einer landesweiten Neuversiegelungsabgabe, was zur Finanzierung der nötigen Grundstückskäufe in den Kommunen dienen könnte.
Auch beim Thema Biodiversität unterstützten die drei Linken die Forderung des BUND, dass die vom Land gesetzlich festgelegten Ziele – bis 2030 Biotopverbund auf 15 % der Offenlandfläche Baden-Württembergs – konsequent umgesetzt werden. Dies sei unerlässlich für den Schutz zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, meinte der stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Burkhard Rübsamen. Sofern die Linke in den Landtag einzieht, wollen sie sich für die Forderungen des BUND zum Umwelt- und Naturschutz einsetzen, versprachen die drei Kandidierenden abschließend.
01.2026: BUND - Windkraft Sachsenheim ja, Hemmingen nein
Ludwigsburg. Der BUND-Kreisverband Ludwigsburg und der BUND-Bezirksverband Vaihingen/Enz und Umgebung sind überzeugt, dass der Bau von Windkraftanlagen am Sachsenheimer Alleenfeld naturverträglich möglich sind, am Standort bei Hemmingen jedoch nicht.
Aktuell gibt es in der Region zahlreiche Projekte zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dabei zeigt sich: Nicht jede Fläche eignet sich für Windenergie oder Freiflächen-Photovoltaik. „Am Regenpfeiferacker in Hemmingen wäre der Konflikt zwischen Naturschutz und Windkraft besonders groß – aus Sicht des Artenschutzes ist dort eine naturverträgliche Umsetzung nicht möglich“, betont der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig.
Windenergieanlagen würden zwar immer einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen. Entscheidend sei jedoch, wie die Projekte geplant und umgesetzt werden. Deshalb sei es wichtig, genau hinzuschauen und jedes einzelne Projekt differenziert zu bewerten. Das haben der BUND-Kreisverband Ludwigsburg und der BUND-Bezirksverband Vaihingen/Enz und Umgebung auch beim Sachsenheimer Alleenfeld getan.
Der BUND ist überzeugt, dass die Windkraftanlagen dort weitgehend naturverträglich gebaut und betrieben werden können. Maßgeblich für diese Einschätzung waren die intensiven Verhandlungen von Christoph Kaup vom NABU Sachsenheim gemeinsam mit dem Dialogforum Energiewende und Naturschutz – einem gemeinsamen Beratungsangebot der Landesverbände von BUND und NABU – mit dem Projektierer sowie der Stadt Sachsenheim.
Am 15. und 20. Januar konnte der NABU Sachsenheim, unterstützt durch den BUND-Bezirksverband Vaihingen/Enz und Umgebung, die positiven Ergebnisse dieser Gespräche auf den Bürgerinformationsveranstaltungen in Sachsenheim vorstellen. Der Projektierer habe zahlreiche Zusagen für eine naturverträgliche Gestaltung des Solarparks und der Windenergieanlagen gemacht – von Artenschutzmaßnahmen bis hin zu einer ökologischen Aufwertung der Flächen. Sachsenheim zeige damit beispielhaft, wie die Energiewende gelingen kann: mit Augenmaß, Transparenz und dem festen Willen, Klima- und Naturschutz zusammenzudenken.
„Wir hoffen daher, dass sich die Bürgerschaft von Sachsenheim beim anstehenden Bürgerentscheid für eine Fortführung der aktuellen Planungen entscheidet“, meint Birgit Pertler vom BUND Vaihingen/Enz und Umgebung. So könne die Energiewende auch in Sachsenheim naturverträglich gestaltet und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft geleistet werden.
10.2025: Was plant die BImA im Osterholz?
Ludwigsburg. Was treibt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) im Osterholz? Das fragt sich der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach der Kündigung des im Osterholzwald gelegenen Bogenschießplatzes. Die vor kurzem erfolgten Waldzerstörungen zum Abriss der Bauruinen erschienen jetzt in einem neuen Licht, so der Umweltverband.
Vor kurzem erhielt der Vorstand des 8000 Mitglieder starken Sportvereins MTV Ludwigsburg ein Kündigungsschreiben. Darin kündigt die Bundesbehörde BImA dem Verein seinen Pachtvertrag für seinen Bogenübungsplatz im Osterholz zum Ende des Jahres. Als Grund dafür wurde dem Verein mündlich mitgeteilt, dass die BImA dort Akkugroßcontainer aufstellen wolle.
Auch wenn das laut gültigem Flächennutzungsplan der Stadt Asperg gar nicht erlaubt sei, fragt sich nun der BUND, was die BImA mit dem Wald und der Grünfläche dort vorhat. „Was für ein Spiel treibt die BImA dort?“, wundert sich der Kreisvorsitzende Stefan Flaig. „Erst gibt sie zwei Mio. Euro für eine vorgeschobene Verkehrssicherheit aus und jetzt schiebt sie einen ominösen „Bundesbedarf“ als Kündigungsgrund für den MTV vor.“
Die Umweltschützer vermuten, dass es sich entweder um eine langfristige Vermarktung des gesamten Osterholzes als Gewerbeflächen handelt oder um die Reaktivierung des Geländes als Bundeswehrstandort. Beides hätte enorme Vernichtungen von Natur und Naherholung im dichtbesiedelten Gebiet zur Folge. „Der Osterholzwald ist sowohl ökologisch als auch stadtklimatologisch von großer Bedeutung und muss unbedingt erhalten bleiben“, betont die Ludwigsburger BUND-Ortsvorsitzende Adelheid Kainz. Dazu gehöre auch die Bogenschießwiese.
Der BUND fordert die Bundestagsabgeordneten des Kreises und insbesondere Finanzminister Klingbeil als obersten Dienstherrn der BImA auf, das intransparente Treiben der BImA zu beenden und öffentlich Klarheit zu schaffen, was die Bundesregierung als Eigentümerin mit dem Osterholz vorhat.
09.2025: Geigersberg-Pflege mit zahlreicher Jugend-Unterstützung
Rund 50 Azubis der Steuerberatungsgesellschaft ECOVIS RTS unterstützten den BUND-Kreisverband Anfang September bei seinem alljährlichen Pflegeeinsatz am Geigersberg. Dabei wurde zum 25. Mal seit dem Jahr 2000 auf den Terrassen des ehemaligen Weinbergs bei Ochsenbach der Aufwuchs entfernt, um die Magerrasenfläche für seltene Pflanzen und Tiere offen zu halten.
Während die eine Hälfte der jungen Leute tatkräftig anpackte, konnten die Anderen bei einem Waldspaziergang etwas über Waldnatur und Wildkatze erfahren. Danach wechselte die „Schicht“. Durch die tatkräftige Unterstützung "junger Muskeln" konnten auch die "Weinbergstäffele" mal wieder umfassend freigeschnitten werden.
08.2025: Bäume nicht einem vermuteten Risiko opfern
Ludwigsburg. Im Osterholzwald zwischen Ludwigsburg und Asperg sollen im Herbst 2025 für die „Verkehrssicherheit“ 256 Bäume gefällt werden, mit extrem negativen Auswirkungen auf bedrohte Tierarten. Das war Anlass für eine Begehung des Osterholzes durch mehrere Aktive des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Im Osterholz stehen noch fünf Bauwerke aus der Zeit der früheren militärischen Nutzung. Die Eigentümerin der betroffenen Waldstücke, die Bundesagentur für Immobilienaufgaben (BImA), begründet die Baumaßnahme mit der Verkehrssicherheit bzw. dem Haftungsrisiko bei Personenschäden.
Dabei stehen seit vielen Jahren Betretungsverbotsschilder vor den jeweiligen Ruinen. Falls manche Menschen diese ignorieren, ist es aus Sicht des BUND deren persönliches Risiko, so wie im normalen Alltag üblich. „Wenn jemand bei Rot über die Straße geht und versehentlich angefahren wird, dann kann er oder sie ja auch niemanden haftbar machen“, betont der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Eine radikale und vollständige Entfernung der Gebäude würde das Sicherheitsrisiko nur bedingt verringern, gleichzeitig aber viel zerstören.
Laut früheren Presseberichten will die BImA für die Aktion voraussichtlich rund zwei Millionen Euro ausgeben. In Zeiten knapper Kassen und angesichts von Klimakrise und Artensterben widerspreche diese Maßnahme jeglichen Nachhaltigkeitszielen, ganz abgesehen davon, dass dadurch nur ein unwahrscheinliches Haftungsrisiko beseitigt werden soll. Der BUND hat deshalb nochmals an die BImA geschrieben und preisgünstigere und ökologischere Alternativen vorgeschlagen.
Ein so teurer, verheerender und gleichzeitig überflüssiger Eingriff müsse aus Sicht des BUND jedenfalls nicht sein. „Das Kleinod „Osterholzwald“ muss in seiner Einzigartigkeit erhalten bleiben. Die vielen Bäume dürfen nicht einem nur vermuteten Risiko geopfert werden“, fordert die Ludwigsburger BUND-Ortsvorsitzende Adelheid Kainz.
07.2025: Klimawandel und Überflutungsgefahren werden vergessen!
Ludwigsburg. „Eine Planung von vorgestern!“, nennt der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Vorhaben auf Mundelsheimer Gemarkung, ein drei Hektar großes Gewerbegebiet auszuweisen.
Alle Welt redet angesichts Hitze und Überflutungen über die Folgen der Klimakrise und über Flächenversiegelung, meint der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. „Und was macht die Gemeinde Mundelsheim? Sie plant ein drei Hektar großes Gewerbegebiet in der Neckaraue.“
Das geplante Gewerbegebiet „Innere Au“ liegt laut BUND im Überschwemmungsgebiet des Neckars und verringere somit die bei Hochwasser dringend benötigte Retentionsfläche, vom dortigen Landschaftsschutzgebiet ganz abgesehen. Außerdem beeinträchtige die Planung den nationalen Wildtierkorridor, der für die Wanderung gefährdeter Wildtiere wie die Wildkatze gebraucht werde. Der Süden von Mundelsheim stelle eine der wenigen verbliebenen naturnahen Ost-West-Verbindungen im Kreis dar.
Das Gewerbegebiet „Innere Au“ behindere zudem die Frisch- und Kaltluftzufuhr zur Wohnbebauung, laut BUND ein No-Go in Zeiten der immer heißer werdenden Sommer. Innerhalb des geplanten Baugebietes gebe es Vorkommen von besonders geschützten Arten wie Fledermäuse oder Eidechsen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten zerstört werden.
Doch die wichtigsten Fragen seien laut BUND-Kreisverband: „Braucht das örtliche Handwerk wirklich die drei Hektar zusätzlich? Lohnt sich das für die Gemeinde?“, fragt sich der BUND-Kreisverband. Es gebe ja noch das Gewerbegebiet „Benzäcker“ mit 20 Hektar, in dem sich bestimmt noch Flächen für das örtliche Gewerbe finden ließen.
Dieser Flächenverbrauch um Mundelsheim stehe eindeutig im Gegensatz zu § 1a Baugesetzbuch, wo gefordert wird, dass mit Grund und Boden schonend umgegangen werden muss. Insgesamt also viele Gründe, die nach Auffassung des BUND gegen die Ausweisung des Gewerbegebiets „Innere Au“ sprechen.
05.2025: Auf den Spuren der Wildkatze - Radinfopfad eingeweiht
Bietigheim. Rechtzeitig zur Fahrrad-Saison hat der BUND-Kreisverband vor kurzem seinen Radinfopfad zum Thema Wildkatze und Wildtiere quer durch den Kreis Ludwigsburg mit einer Einweihungsfahrt eröffnet.
Mit Unterstützung der Kreissparkassenstiftung hat der BUND einen Radinfopfad im Landkreis erstellt. Insgesamt 11 Info-Tafeln geben auf zwei attraktiven Fahrrad-Rundtouren Auskunft über das Leben der scheuen Wildtiere.
Eine Darstellung und Navigation dazu ist auf der App „Komoot“ unter https://www.bund.net/wildkatze-ludwigsburg > Radinfopfad zu finden. Die Touren beginnen am Bahnhof Marbach (Tour Ost) bzw. am Bahnhof Bietigheim (Tour West) und enden beide am Bahnhof Bietigheim.
Die beiden Radtouren sind auch auf der Homepage des Landratsamtes beim Tourismus zu finden: Touristische Radwege - Landratsamt Ludwigsburg
Hier die ganze Pressemitteilung
05:2025: 50 Jahre BUND-Kreisverband
Gelungene Jubiläumsveranstaltung am 5.5.25
Der BUND-Kreisverband wurde bereits 1975 gegründet und setzt sich seitdem mit seinen vielen Ehrenamtlichen unermüdlich für den Umwelt- und Naturschutz im Kreis ein. Dieses Engagement feierte der Kreisverband zusammen mit dem Landrat Allgaier, der BUND-Landesvorsitzenden Pilarsky-Grosch und zahlreichen weiteren Gästen am 5. Mai im Großen Sitzungssaal des Kreishauses.
Der Kreisvorsitzende Stefan Flaig dankte in seiner Ansprache allen Vorstandsmitgliedern und weiteren Aktiven für die oft mühsame, aber wertvolle Arbeit vor Ort in den Kommunen. "Zu unseren selbstgestellten Aufgaben gehört es, negative Entwicklungen zu kritisieren, z.B. den anhaltenden Flächenverbrauch, und wir fordern oft auch den Verzicht auf umweltschädliche Vorhaben. Wir sind dabei aber nie negativ, sondern wir schlagen immer konstruktive Lösungen und nachhaltige Konzepte vor", betonte Flaig.
Er stellte auch beispielhaft Themen vor, derer sich der Kreisverband in den vergangenen fünf Jahrzehnten "angenommen" hatte: Wiesental Altneckar, Müllverbrennungsanlage, Ortsumfahrungen, Gewerbegebiete, Alte Obstsorten, AKW Neckarwestheim, Solarkreisliga u.v.m. Zu den aktuell wichtigsten Projekten gehört der Wildkatzenkorridor im Kreis Ludwigsburg, der eine bessere Biotopvernetzung für Tiere und Pflanzen im Kreis schaffen soll.
Der BUND-Kreisverband wird an diesen und mehr Themen dranbleiben, versprach Flaig. Dafür und für die jahrelange ehrenamtliche Arbeit sprach der Landrat dem BUND seinen herzlichen Dank aus.
04.2025: Vegetationszeit ist Ruhezeit für die Natur
Ludwigsburg. Das „Frühlingserwachen“ der Natur ist Grund genug, ihr mit etwas mehr Respekt und Demut zu begegnen, meint der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Kaum hat der April 2025 begonnen, bricht sich die schlafende Natur mit aller Macht Bahn. Die Bäume und Sträucher schmücken sich mit Millionen von Blüten, aus den Knospen sprießt junges Laub, die Wiesen ergrünen, und zahlreiche Frühlingsblüher versprühen Farben und Düfte in die erwachende Natur. Die Menschen feiern den Beginn des Frühlings mit Festen. Die Jahreszeit ist in diesem Jahr auch ein besonderes Ereignis, stellt sie hier doch ein bisschen Normalität in einer sonst wenig erfreulichen Welt dar. Grund genug der ansonsten sehr gebeutelten Natur auch mit Respekt zu begegnen und ihr etwas für Ihre Dienstleistungen zurückzugeben, meint der BUND-Kreisverband.
Vor allem: Weniger ist mehr
So soll die Natur während des Frühlings und des Sommers – also in der Vegetationsperiode – möglichst in Ruhe gelassen werden. Dazu gibt der Umweltverband einige praktische Tipps. „Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Mitmenschen über mögliche Schädigungen in der Natur besser informiert und damit in der Lage sind, diese zu vermeiden,“ so der Kreisvorsitzende Stefan Flaig.
HIER die ganze Pressemeldung
03.2025: BUND prangert alljährlichen "Baumtod" an: Bäume und Hecken fallen den Motorsägen zum Opfer
Ludwigsburg. Auf den jährlich im Winter wiederkehrenden „Baumtod“ durch Motorsägen hat jetzt der Kreisverband Ludwigsburg des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hingewiesen. Dieses Jahr waren die Fällmaßnahmen im Kreis Ludwigsburg wieder besonders heftig.
Seit ca. 10 Jahren beobachtet der Umweltverband die verschiedenen Rodungsmaßnahmen während der Winterperiode im Kreis Ludwigsburg. So auch in diesem Winter 2024/25. In der Vegetationsperiode vom 1. März bis 30. September dürfen wegen brütender Vögel und anderen besonders geschützten Tiere keine Bäume und Sträucher gefällt oder abgeschnitten werden.
Oft ist es nur Unwissenheit über den Wert von Bäumen und Grünflächen oder reine Respektlosigkeit vor unseren Lebensgrundlagen, welche der Fällung oder Beschädigung wertvoller Baum- und Strauchbestände zugrunde liegen. Besonders verwerflich sei es, wenn die Verursacher nur auf ihren persönlichen Geldvorteil bedacht sind, etwa wenn Bäume sogenanntem „Betongold“ Platz machen müssen und damit dem Allgemeinwohl entzogen werden, so der Kreisvorsitzende des BUND Stefan Flaig.
HIER die ganze Pressemeldung
03.2025: BUND engagiert sich für den Artenschutz mit dem Projekt "220 Amphibiengewässer" Vortrag bei der KMV
Anlässlich seiner Mitgliederversammlung hatte der BUND-Kreisverband Ludwigsburg kürzlich den Fachreferenten Jonathan Bauder vom Landesverband des BUND (Bund für Umwelt- und Natur Deutschland) zu einem Vortrag eingeladen. Herr Bauder berichtete über die Gefährdung der heimischen Amphibienarten wie Grasfrosch und Erdkröte, von denen viele bereits in die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgenommen werden mussten.
Der Umweltverband will dieser katastrophalen Entwicklung nicht zusehen und hat gemeinsam mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg das Programm „220 Amphibiengewässer“ in Angriff genommen. Dabei sollen im ganzen Land die Sanierungen von mindestens 220 Gewässern angestoßen werden, die am Verlanden sind oder ihre Funktion als Lebensräume für Amphibien nicht mehr erfüllen. Darunter sind auch vier Gewässer im Landkreis Ludwigsburg wie der Schulteich im Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium oder das Feuchtgebiet "Froschlache" bei Ludwigsburg-Hoheneck.
Mit diesem sogenannten „Feuerwehrprogramm“ soll dem massiven Rückgang der Amphibienarten und -populationen entgegengewirkt werden. Herr Bauder hatte auch eine neue Handreichung des BUND mitgebracht: Praxistipps „In 10 Schritten zum sanierten Amphibiengewässer“.
HIER die ganze Pressemeldung
01.2025: Interview mit der LKZ zu Verfassungsbeschwerde Artenschutz
Herr Flaig, ein Erfolg der Verfassungsbeschwerde setzt auch juristisch voraus, dass es bei Biodiversität und Naturschutz auch um unsere verfassungsgemäßen Grundrechte – sprich unsere Lebensgrundlage – geht. Warum ist das so?
Stefan Flaig: Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage: Nur durch das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen haben wir sauberes Wasser, frische Luft und Nahrung. Fehlten zum Beispiel Bestäuber wie Bienen, wären wir gezwungen, Obst und Gemüse auf mühsame Weise – etwa durch Handbestäubung – anzubauen. Ohne Mikroorganismen, die totes organisches Material zersetzen, gäbe es keine fruchtbaren Böden. Ohne Pflanzen hätten wir keinen Sauerstoff zum Atmen. Anschaulich wird das auch bei der Symbiose von Pilzen mit Pflanzen, die unsere Ernährung sicherstellen. Pilze sorgen bei 80 Prozent der Pflanzen für die Regulierung der Phosphataufnahme und damit dafür, dass diese Pflanzen richtig wachsen können. Verschwinden die Pilze im Boden, beispielsweise durch intensive Landwirtschaft, so gefährden wir also unsere Ernährung.
Alles hängt zusammen: Verschwinden einzelne Arten, wird das gesamte System destabilisiert. Wenn blühende Pflanzen seltener werden, sinkt auch die Zahl der Insekten. Dies führt zu Nahrungsmangel für Vögel und Amphibien, die wiederum selbst nicht mehr als Nahrung für größere Tiere dienen können. Dieser dominoartige Effekt geht in verschiedene Richtungen und setzt sich fort, bis immer mehr Arten aussterben. Es geht also nicht um „nice to have“, um schöne Blumen und summende Wiesen, es geht um existenzielle Zusammenhänge. Die biologische Vielfalt schrumpft in einem beispiellosen Tempo. Die Aussterberate liegt heute hundert- bis tausendmal höher als die natürliche Aussterberate.
HIER das ganze Interview
01.2025: Eine Schande für Bietigheim - Elbepark ist vernichtet
Bietigheim-Bissingen. Für den Baumbestand des Parks der Familie Elbe in Bietigheim-Bissingen begann das neue Jahr schlecht. Nahezu der gesamte Baumbestand, darunter wertvolle alte Parkbäume, wurde jetzt abgeholzt. Ursprünglich umfasste der Park 55 Bäume – nur drei sind übriggeblieben.
Der Vorsitzende des Kreisverbands des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Stefan Flaig, meinte dazu: „Eine Schande für die Stadt Bietigheim-Bissingen, die mit der Landesgartenschau 1989 und dem Bürgergarten einmal Vorbild für eine grüne Stadtentwicklung war.“ Diese Art der Umweltzerstörung sei in Bietigheim-Bissingen jedoch kein Einzelfall. So habe die Bietigheimer Wohnbau GmbH (BW) im sogenannten Lothar-Späth-Carré schon früher den Park einer Unternehmervilla platt gemacht, jetzt eben den historischen Park der Unternehmerfamilie Elbe. Für Viele gehe so auch ein Stück Identität und Stadtgeschichte verloren.
Mit der Vernichtung des Parks gehe aber nicht nur der alte Baumbestand verloren, sondern werde auch der belebte Boden mit Beton und Asphalt versiegelt. Beides wirke sich vor dem Hintergrund der Klimaerhitzung städtebaulich sehr negativ aus. Ebenso sei laut den BUND-Experten davon auszugehen, dass die dort nachgewiesenen geschützten 22 Vogelarten sowie die streng geschützten Fledermäuse Schaden genommen haben. Die Stadt und ihr Bauunternehmen hätten so aktiv zum globalen Artensterben beigetragen. Ob diese Schäden kompensiert werden können, wird beim BUND bezweifelt. Der Verband fordert deshalb zwingend ein Monitoring, mit dem die Entwicklung der Arten nachgewiesen werden kann.
Der BUND hatte sich ebenso wie der Schwäbische Albverein und die Bürgerinitiative „Lebenswertes Aurain“ für den Erhalt des Parks eingesetzt und Alternativvorschläge erarbeitet, die jedoch abgetan wurden. Alle Anstrengungen, den Park zu erhalten, scheiterten am Widerstand der Bietigheimer Wohnbau GmbH und der Stadtverwaltung. Auch der Gemeinderat winkte die hochgradig umweltschädigende Planung durch.
Der BUND beobachte gerade in Bietigheim-Bissingen, dass jedes noch freie Stückchen Boden zugebaut werde. Als Argument dafür müsse immer die Wohnungsnot herhalten, so Flaig weiter. Doch hier gehe es eben nicht um die Schaffung billigen Wohnraums, sondern um Betongold, das für finanzschwache Wohnungssuchende unbezahlbar sei. Auf einer Bürgerversammlung wurde angedeutet, dass die Wohnungen der Bietigheimer Wohnbau je nach Größe bis zu 800 000 € kosten können. Vorrang habe der Gewinn der städtischen Baugesellschaft, nicht die Schaffung billigen Wohnraums. Die Bietigheimer Wohnbau werbe für den Verkauf der Wohnungen mit dem Slogan: „Bauen um den Baumbestand: Hier entsteht eine neue Idee vom Leben in der Stadt“. Das sei Greenwashing in Reinkultur, so Stefan Flaig in der Mitteilung seines Vereins.
01.2025: Bodenleben kann man hören
Bietigheim-Bissingen.Seminar zum Thema Climate Farming, Humus und Bodenleben lockt Besucher von weither an.
Erstaunliches, Unbekanntes und Neues über die Zusammenhänge zwischen Humus, Boden und Klima erfuhren jetzt die Besucher des Seminars „Bodenfruchtbarkeit erhalten und wiederherstellen in Zeiten des Klimawandels“ im Martin-Luther-Gemeindezentrum in Bietigheim-Bissingen. Unter anderem konnten sie das Bodenleben belauschen. So wurden etwa die Geräusche vorgestellt, welche Bodenlebewesen in der Humusschicht des Bodens verursachen. Das mit über 100 Teilnehmern gut besuchte Seminar richtete sich an alle Interessierte, die Böden bewirtschaften wie Landwirte, Forstleute, Gärtner, Weingärtner, Flächen verwaltende Ämter und Besitzer von Hausgärten und Gartengrundstücken. Auch das Thema Schwammstadt welches für Architekten und Städteplaner interessant ist, wurde abgehandelt. Veranstalter des Seminars waren die Bürgerinitiative „Bietigheim-Bissingen klimaneutral“, der BUND-Kreisverband Ludwigsburg und der BUND Bietigheim-Bissingen. Gefördert hat es die Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Es bot die seltene Chance, sich durch hochkarätige Fachleute über die Zusammenhänge zwischen Boden- und Klimaschutz zu informieren.....lesen Sie HIER weiter
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11.2024: Verbindung schaffen für Wildkatzen
Pflanzaktion für zweiten Trittstein am BUND-Wildkatzenkorridor im Kreis Ludwigsburg
• Vertreter*innen von BUND, Stadt und Landkreis pflanzen Bäume und Sträucher
• Verbindung vom Wildkatzengebiet Stromberg-Heuchelberg zum Schwäbisch-Fränkischen Wald
• Start eines neuen Radinfopfades über das Projekt
Großbottwar/Stuttgart. Der BUND hat heute (19.11.2024) mit seinen Ehrenamtlichen und weiteren Unterstützer*innen in Großbottwar den nächsten Trittstein für den Wildkatzen-Korridor im Kreis Ludwigsburg gelegt. Rund 20 Vertreter*innen von BUND, Stadt und Landkreis pflanzten dafür fünf junge Bäume und rund 20 Sträucher auf einem 2.120 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Großbottwar und Winzerhausen, das der BUND für diesen Zweck erworbenen hat. Sie sollen den bedrohten Europäischen Wildkatzen Deckung bieten, wenn sie vom Wildkatzengebiet StrombergHeuchelberg nach Osten zum Schwäbisch-Fränkischen Wald wandern wollen. ...lesen Sie HIER weiter.
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11.2024:Böden erhalten
Der Volksantrag „Ländle leben lassen“ wurde trotz mehr als 53 000 Unterschriften im Landtag abgelehnt. Freifläche wird also weiterhin ungehemmt „verbraucht“ und bestes Ackerland als Bauland ausgewiesen. Die Böden sind zu kostbar, um unsere Städte immer weiter ausufern zu lassen. Ein gesunder Boden filtert Wasser, bewahrt unsere Artenvielfalt und hilft gegen den Klimawandel, denn er kann große Mengen CO2 speichern.
Aus diesem Grund haben der BUND-Kreisverband Ludwigsburg, der BUND Bietigheim-Bissingen und die Bürgerinitiative „Bietigheim-Bissingen klimaneutral“ am Samstag, 18. Januar 2025 von 16 bis ca. 20 Uhr eine Veranstaltung im Martin-Luther-Gemeindezentrum in Bietigheim-Bissingen, Panoramastr. 37, mit dem Titel: „Bodenfruchtbarkeit erhalten und wiederherstellen in Zeiten des Klimawandels“ organisiert.
Es informieren renommierte Experten: Christiane Grefe, Dr. Ute Scheub, Prof. Dr. Weiß und Jule Schwartz. Gefördert wird die Veranstaltung von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.Im Anschluss an die Vorträge gibt es die Möglichkeit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.
HIER die Einladung zum download.
09.2024: BUND-Medaille für Roswitha Schmidt
Der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig ehrt Roswitha Schmidt aus Bietigheim-Bissingen anlässlich ihres 80. Geburtstags mit der BUND Medaille für ihren über 30-jährigen aktiven Einsatz für Umwelt- und Naturschutz im Kreis.
Laudatio Verleihung regionale BUND-Medaille an Roswitha Schmidt
Bereits 1984 hat Roswitha Schmidt den BUND-Ortsverband Bietigheim-Bissingen mitgegründet. Seit 1991 amtiert sie als ehrenamtliche Schatzmeisterin und Vorstandsmitglied beim BUND-KV Ludwigsburg.
1989 organisierte und betreute sie 6 Monate lang die BUND-Öko-Hütte vor und während der Landesgartenschau in Bietigheim. Das machte sie so kompetent, dass sie 1995 als Mini-Jobberin mit der Betreuung der Geschäftsstelle des Kreisverbands beauftragt wurde. Das Allermeiste davon erledigt sie jedoch ehrenamtlich, weil sie die zahlreichen und vielfältigen Aufgaben nicht einfach links liegen lassen kann. Auch deshalb stellt sie seit Jahren sogar ihr Zuhause als Geschäftsstelle zur Verfügung, damit der Kreisverband die Miete für Büroräume sparen kann.
Thematisch hat sie sich unter anderem intensiv um den Steinbruch Fink bzw. die dort geplante Vergärungsanlage gekümmert, die dann erfolgreich per Bürgerentscheid abgelehnt wurde. Darüber hinaus zählten die innerörtliche Bebauung oder die Mülltrennung zu ihren selbstgewählten Aufgaben.
Im „täglichen Geschäft“ investierte sie viel Zeit und Aufwand in die Organisation von Projekten und Veranstaltungen wie Jubiläen, Info-Stände etc. des Kreisverbands. Sie stand und steht – quasi rund um die Uhr – als Ansprechpartnerin für alle Aktive in den OV, aber auch für alle Fragen aus der Bürgerschaft zur Verfügung. Wenn sie die Fragen nicht selbst beantworten konnte, so weiß sie, an wen sie die Anrufer weitervermitteln kann.
Mit ihrer Empathie und Geduld wirkte sie segensreich für das Ansehen des BUND. Auch in höherem Alter hat ihre Aktivität nicht nachgelassen, im Gegenteil. Sie ist die gute Seele des BUND-Kreisverbands Ludwigsburg.
Für diese große Leistung, deren Ende hoffentlich noch nicht abzusehen ist, ehrt der BUND sie mit der regionalen BUND-Medaille.
Stefan Flaig, Kreisvorsitzender, im September 2024
04.2024: Freiflächen-PV-Anlage bei Markgröningen kollidiert mit Naturschutz
Neuer Standort oder umfangreichen Ausgleich gefordert
In Markgröningen soll teilweise im Landschaftsschutzgebiet und im regionalen Grünzug entlang des Glemstals eine 6,5 Hektar große Photovoltaikanlage errichtet werden. Kreis- und Ortsverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sehen hierbei ein „zu hohes ökologisches Konfliktpotenzial“ und fordern eine umweltverträglichere Lösung.
Pressemeldung, die ausführliche Stellungnahme des BUND und die Umweltauswirkungen von Freiflächen-PV-Anlagen.
03.2024: Verkehrswende
"Ich denke, wir sind uns beim Ziel der Klimaneutralität alle einig. Das kommt auch durch den Pariser Vertrag, Ziele der EU, des Bundes und des Landes sowie Gesetze wie das KSG zum Ausdruck. Unsere Vorstellungen der Wege dahin, insbesondere die notwendigen Maßnahmen, unterscheiden sich aber beträchtlich. Wenn wir vom Ziel her denken, ist die entscheidende Frage: Wie werden wir bis 2045 klimaneutral?
2023 gab es weltweit die heißesten Sommermonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Klimakrise ist bereits da, wie auch das Ahrtal und die zunehmende Zahl an Hitzetoten beweisen. Der Verkehr, besonders der Straßenverkehr, trägt einen erheblichen Teil dazu bei. In BW verursacht er knapp 30 % der CO2-Emissionen. Nicht zu vergessen der Ressourcen- und Flächenverbrauch oder das Artensterben, zu denen der Verkehr ebenfalls beiträgt..."
Den kompletten Vortrag HIER.
01.2024: Einladung zur Mitgliederversammlung 2024
wie bereits im BUND-Magazin angekündigt, findet am Donnerstag, 7. März 2024, 19.00 Uhr
im Nebenzimmer der TSV-Gaststätte, Fischerpfad 36, 74321 Bietigheim-Bissingen
die Mitgliederversammlung 2024 des BUND-Kreisverbandes Ludwigsburg statt.
Hierzu lade ich alle Mitglieder und Interessierten ganz herzlich ein.
Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Jahres- u. Kassenbericht 2023 Vorstand und Schatzmeisterin
3. Bericht der Kassenprüfer
4. Aussprache zu den Berichten
5. Entlastung von Vorstand und Schatzmeisterin
6. Ausblick für 2024
7. Verschiedenes
Anträge sind bis 22. Februar 2023 an den Vorstand zu senden.
Ab ca. 20 Uhr schließt sich ein Vortrag von Stefan Flaig zur Verkehrswende an.
Er zeigt auf, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 auch im Verkehr noch zu erreichen.
12.2023: BUND zum Flächenverbrauch
"Bauwahn führt nicht zu preiswertem Wohnraum"
12.2023: BUND-Kreisverband zum Aurain Carré in Bietigheim
Elbepark wird weitgehend zerstört
12.2023: Interview in der LKZ 1.12.23 zum "Flächenverbrauch"
BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig zum Thema "Flächenverbrauch"
11.2023: BUND-Kreisverband zur Glyphosat-Zulassung
"Bauern sollen freiwillig darauf verzichten"
Ludwigsburg. Mitte November hat die EU-Kommission die Zulassung für den Unkrautvernichter Glyphosat verlängert. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert diese Entscheidung als schädlich für die Gesundheit der Menschen und fordert die Landwirte im Kreis auf, freiwillig auf das Spritzmittel zu verzichten.
Jährlich werden in Deutschland rund 5000 Tonnen Glyphosat verspritzt, obwohl es laut Prof. Triebskorn von der Uni Tübingen mittlerweile in vielen Lebensmitteln wie Bier, Wein, Nudeln und sogar der Muttermilch enthalten ist. Hinzu komme laut BUND, dass Glyphosat dazu beitrage, die Mikroorganismen im Boden zu vernichten. Im Boden leben aber 59 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten, die entscheidend sind für die dauerhafte Ernährungssicherheit der Menschen.
Die Böden auf unseren konventionell bewirtschafteten Äcker sind nicht mehr wirklich natürlich, es fehlt meistens die notwendige Humusschicht“, behauptet Stefan Flaig, der Kreisvorsitzende des BUND. Ohne ständige Zuführung von Kunstdünger und Pestiziden würde es kaum noch was zu ernten geben. „Das ist für Mensch und Umwelt nicht zukunftsfähig“.
Verschärft würde die Situation noch durch die Klimakrise, die den Böden weiter zusetzt. Spazierte man in diesem Sommer durch die Felder, sah man vor allem Böden, die der Dürre nichts entgegensetzen konnten, tief gerissene Furchen zwischen den Pflanzen durchzogen die Äcker. Regenwürmer gab es selbst an Regentagen so gut wie keine. Fuhr der Landwirt über den Acker, staubte der Boden, bei Starkniederschlägen wurde er weggespült in die Bäche und Flüsse.
Ein gesunder, lebendiger Boden dagegen könne Wasser wie ein Schwamm aufnehmen, in seiner Biomasse Unmengen an CO2 speichern und das Wasser besser filtern, damit die Grundwasserspeicher unbelastet wieder aufgefüllt werden. Deshalb müssten die Landwirte dafür sorgen, dass ihre und unser aller Lebensgrundlage wieder hergestellt wird. „Das geht am besten mit der Umstellung auf den Ökolandbau“, ist Flaig überzeugt. Anfangen könnten sie mit dem Verzicht auf Glyphosat und andere Spritzmittel.
11.2023: Positionspapier BUND und NABU zum Ausbau der Windenergie
Mit diesem Papier positionieren sich NABU und BUND zum Ausbau der Windenergie in BadenWürttemberg.
ie skizzieren dabei, welche Leitlinien hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes einzuhalten sind.
Die Verbände unterstreichen in Kapitel eins die Bedeutung der erneuerbaren Energien zur Bekämpfung der Klimakrise. Gleichzeitig betonen sie die Notwendigkeit, die potenziellen Auswirkungen von Windenergieanlagen auf die Umwelt zu berücksichtigen. Eine erfolgreiche Energiewende erfordert auch eine Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs..... lesen Sie HIER weiter.
08.2023: Bund fordert wirksame Maßnahmen zur Rettung der Artenvielfalt
Steinbruch als Hotspot der Biodiversität erhalten
Ludwigsburg/Bietigheim. Der Kreisverband Ludwigsburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor kurzem auf die hohe Bedeutung des Steinbruchs Fink in Bietigheim-Bissingen für den Artenschutz aufmerksam gemacht. Er fordert die Sicherung und Entwicklung des Steinbruchgeländes zum Erhalt seltener Biotope und geschützter Tier- und Pflanzenarten sowie als „Grüne Lunge“ für die Bewohner der Stadt. Die weitere Verfüllung soll gestoppt werden.
Ein früheres Artenschutz-Gutachten zeige, dass es sich beim Steinbruch Fink um einen Hotspot der Artenvielfalt handelt. So wurden schon damals zahlreiche verschiedene Biotoptypen wie Feldgehölze, Felswände, Lösswände, naturnahe Stillgewässer, Rohrkolben-Röhrichte dokumentiert. Offene Felsbildungen und Lehm-Lößwände sind nach § 32 NatSchG gesetzlich geschützt.
. ... weiter HIER
07.2023: Umweltpreis Landkreis Ludwigsburg
BUND-Projekte prämiert
Karin Zimmer und Conrad Fink
Dreimal waren Aktive des BUND Kreisverbands aufgerufen, als der Landkreis Ludwigsburg den mit insgesamt 10.000 Euro umfassenden Umweltpreis 2023 vergab:
- der BUND Vaihingen/Enz mit seinem umfangreichen Umweltbildungsangebot für Kinder und Jugendliche
- der Arbeitskreis zum Erhalt der Neckarschwarzpappel (Freiberg a.N.)
- und Karin Zimmer vom BUND Ingersheim für ihr Engagement zu Sanierung eines Stillgewässers.
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05.2023: Beringung der Weißstörche in Freiberg a.N.
Stadt, Feuerwehr und Storchenbeauftragte kooperieren für die Beringung der Freiberger Jungstörche.
Seit 2022 brüten auf dem Wasserschloss in Freiberg-Geisingen Weißstörche. Wie im Vorjahr sind wieder drei Jungstörche geschlüpft und stehen kurz vor dem Ausfliegen. Das ist genau die richtige Zeit für die Beringung der Jungvögel. Die Stadt Freiberg hat hierbei mit der Storchenbeauftragten des Landes, Judith Opitz kooperiert und die Beringungsaktion vor allem dank der Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr von Freiberg möglich gemacht.
Störche waren in Baden-Württemberg fast ausgestorben. Dank aktiver Hilfsprogramme der Umweltverbände und auch des Landes hat ihre Zahl wieder zugenommen. Die Hilfsprogramme werden wissenschaftlich betreut. So unterstützt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) das Artenmonitoring durch eine Storchenbeauftrage, welche die Jungstörche im Land beringt. Dadurch ist es möglich, die Entwicklung der Population wissenschaftlich zu untersuchen. Hierbei kooperieren die Beteiligten mit der Vogelwarte Radolfzell wohin die Ringbeobachtungen gemeldet werden.
Bei schönstem Frühlingswetter stiegen jetzt die Storchenbeauftragte Judith Opitz, Marco Hänig, Feuerwehrmann der Feuerwehr Ludwigsburg sowie der Fotograf Josa Arnold in den Arbeitskorb am Ende der Drehleiter. Die Drehleiter bediente Nikolaj Scholtissek ebenfalls Mitglied der Feuerwehr Ludwigsburg. Die Leiter mit dem Korb fuhr dann zum Nest auf dem Dach des Wasserschlosses hoch, wo Judith Opitz die Beringung der Jungvögel vornahm. Diese erfolgte mit Plastikringen, welche eine laufende Nummer und die Adresse der Vogelwarte Radolfzell tragen und an den Beinen der Vögel angebracht werden. Die Beringung ist für die Tiere völlig ungefährlich und auch die Alttiere verließen nur kurz das Nest um gleich danach zu den Jungen zurückzukehren.
Wer Störche mit diesen Ringen beobachtet, soll die betreffenden Nummern mit Fundort und Datum an die Vogelwarte melden.
Zu der Aktion waren zahlreiche Besucher gekommen u. a. auch Kinder des Freiberger Naturkindergartens, sowie eine Anzahl der beteiligten Ehrenamtlichen und Unterstützer. Hier ist zu nennen Elvira Kuhnle, die Initiatorin des Projektes, Thomas Jetter Kommandant der Freiberger Feuerwehr, Fachbereichsleiter Peter Müller von der Stadt Freiberg, der die Aktion koordiniert hat, sowie Karin Zimmer und Ulrich Michelfeit vom BUND, welche die Aktion im Vorfeld in die Wege geleitet hatten. Die Drehleiter stellte dankenswerterweise die Feuerwehr Ludwigsburg. Weitere Aktive waren Naturschutzwart Jürgen Duchert, Irene Ott, Leiterin des Museums im Schlössle welche dort Ausstellungen zum Thema Weißstorch organisiert, sowie Naturschutzwart Conrad Fink, welcher das Projekt von Anfang an unterstützte. Des Weiteren unterstützten Mitarbeiter des Bauhofs vor Ort.
Judith Opitz nahm die Gelegenheit wahr, um über ihre Arbeit und die Entwicklung der Weißstörche in Baden-Württemberg zu berichten. Der Bestand betrug 1975 nur noch 15 Brutpaare und hat sich heute im ganzen Bundesland auf 1840 Brutpaare erhöht, was den intensiven Arterhaltungsmaßnahmen zu verdanken ist. Auch bleiben viele Störche wegen der Klimaerwärmung über den Winter hier. Dadurch überleben viele, die sonst auf ihren weiten Wanderungen nach Afrika gestorben wären. Trotz dieser Erfolge ist der Storch noch nicht über dem Berg, da die Nahrungssituation immer schlechter wird, so Opitz. Insbesondere die Jungvögel sind auf eiweißreiche Nahrung in Form von Insekten angewiesen. Da der Bestand der Insekten um bis zu 70 Prozent zurückgegangen ist, haben die Jungen ein Problem und viele schaffen es nicht, gesund groß zu werden oder zu überleben. Nach Aussage von der Storchenbeauftragten gab es bisher im Kreis Ludwigsburg nur 3 Brutpaare des Weißstorches - eines davon ist das Paar in Freiberg, das ursprünglich im Naturschutzgebiet in Pleidelsheim brütete und von dort auf das Kunstnest in Freiberg-Geisingen umgezogen ist. Es gibt Hinweise auf neue Brutplätze. Auf die aktuellen Erhebungen, die im September veröffentlicht werden sollen, sind schon alle gespannt.
Nach Einschätzung von Experten gehen im Ballungsraum die Lebensräume durch Bebauung und intensive Landbewirtschaftung immer mehr zurück, so dass die Nahrungsgrundlage hier im Neckartal auch nur für ein Storchenpaar ausreicht. In Großbottwar wartet man schon lange auf die Rückkehr des Weißstorches. Die Stadt hat den Storch im Wappen und zahlreiche Kunstnester montiert. Trotzdem hat sich bisher kein einziger Storch gezeigt. Dies könnte auch mit dem beschriebenen Nahrungsmangel zusammenhängen.
Judith Opitz freute sich mit den Projektbeteiligten über den Erfolg in Freiberg und steht auch im nächsten Jahr wieder für die Beringung zur Verfügung. Sie verweist darauf, dass noch ehrenamtliche Storchenbetreuer gesucht werden. Interessenten können sich bei ihr unter der E-Mail: oekologie-opitz(at)mail.de melden.
Fachbereichsleiter Peter Müller von der Stadt Freiberg a. N. freute sich ebenfalls über den Erfolg des Einsatzes und dankte im Namen der Stadt allen Beteiligten für ihre Unterstützung und ihre Mithilfe zum Erhalt der Freiberger Störche, die mittlerweile auch ein Markenzeichen unserer Stadt geworden sind.
Weitere Fotos von der Aktion sind auf der Website des Fotografen Josa Arnnold zu finden unter www.josaarnold.de.
Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetzt verboten ist, sich mit Drohnen den Storchenhorsten zu nähern.
Text und Foto: Conrad Fink
03.2023: Schanzäcker - viel zu wertvoll für eine Vernichtung
BUND-Kreisverband Ludwigsburg zu den Schanzenäckern:
„Viel zu wertvoll für eine Vernichtung“
or der imposanten Kulisse des Aspergs bahnt sich eine Bausünde ersten Ranges an. Das Gebiet Schanzenäcker soll bebaut werden. Der BUND-Kreisverband Ludwigsburg lehnt diesen erheblichen Eingriff in einen regionalen Grünzug vehement ab.
Wie bereits berichtet will das Land die Schanzenäcker versiegeln und dort Flüchtlingsunterkünfte bauen. Die Flächen liegen in einem sogenannten regionalen Grünzug, welcher der Erholung und der Landwirtschaft vorbehalten ist und deshalb von der Bebauung freigehalten werden soll. Die Stadt Ludwigsburg setzt sich nicht für ihre Freiflächen ein. Die Kommunen Tamm und Asperg dagegen schon.
Der BUND-Kreisverband spricht sich vehement gegen eine Vernichtung dieser letzten wertvollen Freiflächen im Zentrum des Kreises aus. „Schon bisher gab es immer wieder Begehrlichkeiten, diese Flächen für Gewerbe oder Siedlungen zu nutzen. Diese konnten aber auch mit Hilfe des Regionalverbandes abgewehrt werden. Jetzt aber fallen offenbar alle Schranken, und die Umwelt wird wieder ohne jegliche Skrupel vernichtet, wie in Zeiten des großen Baubooms nach dem Krieg“, so der Kreisvorsitzende Stefan Flaig.
Unter dem Aspekt des Klimawandels und des Artensterbens sind diese Freiflächen quasi eine Lebensversicherung für die hier lebende Bevölkerung“, stellt Flaig fest. Auch seien im dicht besiedelten Ballungsraum Freiflächen wichtig für die Naherholung der Bevölkerung und somit ein Standortfaktor. Nach Ansicht des BUND nehmen siedlungsnahe Freiflächen für die Erholung der Bevölkerung immer schneller ab.
Es sei kontraproduktiv, für die Flüchtlingsmisere dauerhaft Wohnquartiere zu bauen. Das seien Leerstände von morgen, mahnt der Umweltverband. Vielmehr sei es sinnvoll, leerstehende Gebäude zu nutzen. Allenfalls sollten temporäre Gebäude errichtet werden, welche nach der Beendigung der Nutzung wieder zurückgebaut werden müssen. Allerdings nicht auf den Schanzenäckern, sondern in integrierten Lagen, so der BUND abschließend.
Artikel in der LKZ 12.4.23 hier
03.2023 Mitgliederversammlung und Vortrag zum Thema Flächenverbrauch
Am Donnerstag, den 2. März 2023, 19 Uhr fand in der TSV-Gaststätte, 74321 Bietigheim-Bissingen, Fischerpfad 36 die Mitgliederversammlung statt.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung schloss sich ein Vortrag von Stefan Flaig zum Thema Flächenverbrauch an:
Er erklärte, warum die Kommunen künftig keine neuen Einfamilienhäuser mehr brauchen.
Hier der Vortrag zum Flächenverbrauch.
02:2023: Radwege auf vorhandenen Straßen planen
BUND Kreisverband fordert:
Ludwigsburg. Eine geplante Abholzaktion für den Radweg Waldäcker in Ludwigsburg ruft den BUND-Kreisverband auf den Plan. Der Umweltverband kritisiert, dass öffentliche Grünflächen und Alleenbäume dem Asphalt weichen sollen, obwohl es genug Platz für den Radweg auf der vorhandenen Straße gibt.
Das Fahrrad ist laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein konkurrenzlos umweltfreundliches Verkehrsmittel und kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verkehrswende leisten. Leider wurden die Städte in der Vergangenheit aber fast ausschließlich autogerecht ausgebaut, also mit Straßen, Stellplätzen, Parkhäusern und Tiefgaragen versiegelt – mit allen damit verbundenen Nachteilen für die Bevölkerung und die Umwelt. Umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und vor allem Radfahrer wurden und werden benachteiligt.
„Im Zuge der Verkehrswende und für mehr Klimaschutz muss dieses Ungleichgewicht zugunsten der Fußgänger und der Radfahrer korrigiert werden“, fordert der BUND Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Dabei dürfe aber nicht erneut offener Boden versiegelt und Grünflächen zerstört werden. Es brauche deutlich mehr Radwege, aber auf den vorhandenen Straßen sei dafür genug Platz, wenn dieser gerecht unter allen Verkehrsteilnehmern aufgeteilt würde. Und zwar so, dass Radfahrer und Fußgänger sicher unterwegs sind.
Beim geplanten Radschnellweg Waldäcker in Ludwigsburg werde dieser Grundsatz wieder einmal missachtet: „Hier haben sich die Verantwortlichen leider wieder für das Auto und gegen die stadtklimatisch bedeutsamen Grünflächen entschieden. Dabei hätte der Radweg leicht auf der überbreiten Straße geplant werden können. So wäre eine win-win-win-Situation erreicht worden: Mehr Radwege, weniger Autos und der Erhalt der Bäume“, meint Flaig und ergänzt: „Auch wenn es in diesem Fall für eine Korrektur wohl schon zu spät ist, muss künftig in ähnlichen Fällen umgedacht werden und vorhandene Verkehrsflächen für den Radverkehr umgewidmet werden“.
11.2022 Neue Deponie ist überflüssig
BUND-Kreisverband Ludwigsburg zur geplanten Bauschuttdeponie: „Neue Deponie ist überflüssig“
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Landkreis und AVL auf, auf der Deponie Froschgraben deutlich höhere Entgelte für die Massenanlieferung von Bodenaushub und Bauschutt zu verlangen. Das würde Vermeidung und Verwertung im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes enorm verbessern und damit eine neue Bauschuttdeponie im Kreis überflüssig machen.
„Das Gesetz ist eindeutig: Vermeiden vor Verwerten vor Deponieren“, erklärt der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Wenn man sich daran endlich auch beim Bauschutt halte, dann habe sich die geplante neue Deponie im Landkreis erledigt. Denn über 99 Prozent des auf der bisherigen Deponie Froschgraben angelieferten Materials sind Abfälle der Deponieklasse 0 und 1, laut bundesrechtlicher Definition unbelastete oder mineralisierte Abfälle, die nach Ansicht des BUND in den Wirtschaftskreislauf zurück gehören.
Es stimme einfach nicht, dass die auf Froschgraben deponierten über 200.000 Tonnen pro Jahr nicht verwertet werden können, betont Flaig, der früher selbst 10 Jahre lang Aufsichtsrat der AVL war. Geeignete Aufbereitungsmethoden gebe es seit Jahrzehnten. „Die Verwertung ist nur eine Frage des Aufwands, also der Kosten.“ Die geringen Entgelte der AVL von 28,- bzw. 38,- pro Tonne machten die Vermeidung oder Verwertung für die Abbruchfirmen schlicht teurer als die Deponierung. „Die Unternehmen suchen sich den für sie billigsten Weg.“
So gehe der Raubbau an Natur und Umwelt einfach immer weiter: Neue Steinbrüche wie in Rielingshausen würden abgebaggert, Gebäude klimaschädlich abgerissen statt saniert, wertvolle Rohstoffe verschwendet, und zuletzt würden auch noch wichtige Agrarflächen vernichtet, um eine zusätzliche Deponie zu bauen. „Durch deutlich höhere Entgelte für Bauschutt und Erdaushub würden bestimmt 90 Prozent der Mengen wegfallen. Dann wäre die neue Deponie – egal wo im Kreis – überflüssig!“, ist Flaig überzeugt.
10.2021 Aktionsbündnis fordert mehr Tempo bei der Reaktivierung der Markgröninger Bahn
In einem offenen Brief an den Landrat, die Oberbürgermeister, die Bürgermeisterin, die Kreisräte und die Gemeinderäte von Ludwigsburg, Markgröningen, Möglingen und Remseck appellieren das Aktionsbündnis und der BUND-Kreisverband an die politisch Verantwortlichen, die Reaktivierung der Markgröninger Bahn und den Bau den Niederflurbahn zügig voranzubringen.
„Es ist nicht akzeptabel, dass das Landratsamt die Markgröninger Bahn erst 2028 in Betrieb nehmen will“, sagt Klaus Arnoldi vom Aktionsbündnis. Fünfeineinhalb Jahre Planungszeit bei nur eineinhalb Jahren Bauzeit seien viel zu lang. Der Kreis solle endlich das Angebot des Landes annehmen und in einem ersten Schritt mit der Reaktivierung beginnen. In einem zweiten Schritt solle dann der Bau der Niederflur-Stadtbahn folgen. Diese erfordere eine längere Planungszeit, weil vieles neu gebaut werden müsse. Den Planspielen zur Verlängerung der SSB-Hochbahn über Pattonville nach Ludwigsburg erteilt das Aktionsbündnis eine klare Absage, weil dies völlig unwirtschaftlich sei.
Die Markgröninger Bahn hat ein hohes Verkehrspotenzial. Mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von 6 ist sie eine der Strecken, die vom Landesverkehrsministerium mit bis zu 90 Prozent gefördert werden kann. Viele Pendler warten seit Jahren auf die Reaktivierung, um ohne Stau nach Ludwigsburg und zur S-Bahn zu gelangen. Die Reaktivierung ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
07.2021 Offener Brief: Park der Fa. Elbe verschonen
Wie wir der Presse entnommen haben, plant die Stadt Bietigheim-Bissingen die Versiegelung großer Flächen des Parks auf dem Gelände der Firma Elbe Schleifmittel. Wir appellieren an Sie, diese Freiflächen mit Wiesen und Bäumen zu erhalten. Einer Renovierung der Betriebsgebäude und einer Neunutzung bereits versiegelter Flächen steht diesem Ziel nicht entgegen. Auch sollten, wo möglich, Flächen teilentsiegelt oder Dächer begrünt werden.
Unserer Kenntnis nach ist im Park mit besonders geschützten Arten zu rechnen, so dass eine Vernichtung des Parks zum weiteren Rückgang der Artenvielfalt beiträgt. Außerdem trägt die Überbauung des Parks dazu bei, die Klimakrise zu verstärken. Auf die derzeit vielerorts erlebbaren Folgen der Klimaerhitzung wie Dürreperioden, Waldschäden, Überschwemmungen, Übersterblichkeit durch Hitze etc. brauchen wir sicherlich nicht weiter hinweisen. Diese Folgen des Klimawandels verschärfen sich, je länger die Politik wirksame Maßnahmen aufschiebt.
Die Stadt Bietigheim-Bissingen hat sich über eine Selbstverpflichtung der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ angeschlossen. Sie unterstützt damit Maßnahmen zumSchutz der Biologischen Vielfalt in den Bereichen Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich, Arten und Biotopschutz, nachhaltige Nutzung sowie Bewusstseinsbildung. Unter anderem verpflichtet die Stadt sich darin zum Erhalt von naturnahen Flächen im Siedlungsbereich und Nutzung bestehender Potenziale zur Schaffung von naturnahen Flächen und Naturerlebnisräumen innerhalb des Siedlungsraumes auch im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel.
Der BUND würde sich freuen, wenn die Stadt Bietigheim-Bissingen sich in diesem und in anderen ähnlichen Fällen für den Klimaschutz und die langfristige Wohlfahrt ihrer Bürgerinnen und Bürger entscheiden würde.
Wir würden deshalb eine Neukonzeption der Planung begrüßen und danken schon jetzt für entsprechende Initiativen.
06.2021: Andenken an die BUND-Aktive und Obstsorten-Expertin Zorica Dierolf
Über viele Jahrzehnte hat sich Zorica Dierolf aus Löchgau der Bewahrung der wunderbaren Obstwiesenwelt mit ihren alten Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Mirabellensorten gewidmet. Jetzt ist sie im Alter von 63 von uns gegangen.
Der BUND-Kreisverband Ludwigsburg erinnert an die Verdienste der Obstsorten-Expertin. Über viele Jahre arbeitete sie sich in das Thema Obstsorten ein und wurde damit eine der herausragenden Spezialisten im Landkreis Ludwigsburg und Baden-Württemberg. Als BUND-Aktive führte sie für den Kreisverband ein mehrjähriges Projekt zur Sicherung und Wiedervermehrung alter lokaler Obstsorten durch. Dabei machte sie vom Aussterben bedrohte heimische Obstsorten im Kreis Ludwigsburg ausfindig, kartierte sie und gewann Reiser von den Bäumen, die sie in Baumschulen vermehren ließ.
Sie organisierte die Nachpflanzung der Jungbäume in alten und neuen Obstwiesen zur Sicherung der Sorten und als Anschauungsobjekte. Zorica Dierolf sorgte dafür, dass Tausende von Jungbäumen in zahlreichen Gemeinden gepflanzt wurden. Neben der Pflanzung und Pflege der neuen Obstbäume informierte sie die Bevölkerung und die Kommunen, z.B. mit Hilfe von Ausstellungen, über die Vorzüge der alten Sorten, die eine kulturelle Kostbarkeit sind. Auch warb Zorica Dierolf dafür, diese Sorten verstärkt zu kaufen und im eigenen Garten oder auf der eigenen Obstwiese anzupflanzen.
Neben dem Erhalt von unersetzlichem Genmaterial weckte sie bei vielen MitbürgerInnen Interesse für die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen und sorgte für einen Obstwiesenverbund, der nicht nur zur Erzeugung von Frischluft beiträgt, sondern auch vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum gibt. Für ihr Engagement und ihren Einsatz für den Streuobstbau wurde Zorica Dierolf mehrfach ausgezeichnet – unter anderem von der Stiftung NatureLife-International.
„Ihr Wissen und ihr Engagement wird uns fehlen“, so der Vorsitzende des BUND Kreisverband Ludwigsburg, Stefan Flaig. „Das Werk von Zorica Dierolf lebt aber in den zahlreichen Obstbäumen weiter, die sie für uns und die Nachwelt gerettet und gepflanzt hat“.
02.2021 Landtagswahlen 2021 - Wahlprüfsteine an die Parteien
Der BUND Kreisverband fragte Parteien, die zur Landtagswahl 2021 kandidieren, nach Ihren Positionen zu drei "BUND-Wahlprüfsteinen"
(A) Zukunftsfähige Mobilität
(B) Artenvielfalt in der Agrarlandschaft
(C) nachhaltiges Bauen und Wohnen.
Hier die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, FDP.
02.2021 Wildkatzenmonitoring
Wildkatzenforschung vor der Haustüre.
01.2021 Massive Eingriffe in Gehölzbestände im Landkreis Ludwigsburg
Dokumentation und Einschätzung in den Jahren 2014-16 sowie darüber hinaus.
Termine
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Presse
- 01/2025: Bodenleben kann man hören
- 01/2025: Eine Schande für Bietigheim "Elbe-Park ist vernichtet"
- 11/2024: Verbindung schaffen für Wildkatzen
- 10/2024: Böden erhalten
- 04/2024: Freiflächen-PV-Anlage bei Markgröningen kollidiert mit Naturschutz
- 12/2023: BUND zum Flächenverbrauch
- 12/2023: BUND-Kreisverband zum Aurain Carré in Bietigheim
- 12/2023: Interview in der LKZ-Ausgabe 1.12.23 zum Thema Flächenverbrauch
- 11/2023: BUND-Kreisverband Ludwigsburg zur Glyphosat-Zulassung
- 08/2023: BUND fordert wirksame Maßnahmen zur Rettung der Artenvielfalt
- 03/2023: Viel zu wertvoll für eine Vernichtung
- 03/2023: Vortrag zum Flächenverbrauch
- 11/2022: Neue Deponie ist überflüssig
- 11/2022: Wohnraum renovieren, nicht abreißen
- 10/2022: Herbstlaub liegen lassen
- 10/2021: Aktionsbündnis fordert mehr Tempo bei der Reaktivierung der Markgröninger Bahn
- 08/2021: Landschaftspflege am Geigersberg
- 07/2021:„Aus Flutkatastrophe nichts gelernt“
- 02/2021: Leserbrief an die LKZ
- 04/2020: Auch nach Corona noch bessere Luft?
- 02/2020: Landrat Dietmar Allgaier übernimmt Schirmherrschaft für Projekt "Wildkatzenkorridor"
- 10/2019: Gartenpflege im Herbst
- 10/2019 MZ: Kraft der Sonne wird nur schwach genutzt
- 09/2019: Bienen-Volksbegehren: Startschuss für konsequenten Artenschutz
- 09/2019: Ortsumfahrung Heimerdingen ist klimaschädlich