Regionalverband Stuttgart
Jetzt spenden Mitglied werden

Die Schwarzpappel - Baum des Jahres 2006 - steht auf der roten Liste, das heißt sie ist “stark gefährdet”. Im Jahr 2007 wurde im Landkreis Ludwigsburg als Artenschutzprojekt die Kartierung der noch vorkommenden Schwarzpappeln durchgeführt. Diese ergab, insgesamt 53 sicher bestimmte Schwarzpappeln in Landkreis Ludwigsburg. 
Der Lebensraum der Schwarzpappel - Populus nigra - ist natürlicherweise die Aue. Durch die Flussregulierungen ging die natürliche Auendynamik verloren und infolgedessen entstehen kaum noch die für die Verjüngung der Schwarzpappeln notwendigen Rohböden. Deshalb ist die heimische Schwarzpappel (populus nigra), nicht zu verwechseln mit der häufigen kanadischen Hybridpappeln (populus x canadensis) oder den italienischen Säulenpappeln heute sehr selten und stark gefährdet.
Es hat sich ein Arbeitskreis gebildet, dessen Ziel der Erhalt der Neckarschwarzpappeln ist. Ein Ergebnis dieser Bemühungen ist, dass aus den kartierten autochtonen Schwarzpappeln über Reiser Jungbäume nachgezogen wurden. Dafür konnte eine Baumschule gewonnen werden.

10.2026: LNV Stiftungsrat besucht Lauffener Schwarzpappeln

Der Stiftungsrat der Stiftung des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg e. V. (LNV-Stiftung) mit dem Vorsitzenden Dr. Gerhard Bronner, zugleich Vorsitzender des LNV, waren auf Besuch in Lauffen a. N. Der LNV ist der Dachverband der Naturschutzvereine in Baden-Württemberg. Mit seinen 38 Mitgliedsverbänden vertritt er über 540 000 Naturschützerinnen und Naturschützer.

Grund der Reise war es, sich über von der LNV-Stiftung geförderte Projekte zu informieren. In Lauffen galt der Besuch dem Projekt zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel. Die LNV-Stiftung hatte 2025 die Kartierung des Altbaumbestands der echten Schwarzpappel im Neckareinzugsgebiet durch den Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel (AK Neckar-Schwarzpappel) unterstützt. Vertreterinnen und Vertreter des AK stellten die aktualisierte Übersichtskarte vor und erläuterten den Stand des Generhaltungsprojektes zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Neckar-Schwarzpappel. Auf dem Programm stand auch die Besichtigung lokaler Schwarzpappel-Bestände sowie der Erhaltungspflanzung in Lauffen.
Bürgermeisterin Sarina Pfründer begrüßte die Delegation im Rathaus Lauffen,
 wo Inge Maass vom AK Neckar-Schwarzpappel das Projekt vorstellte. Sie erläuterte der Bürgermeisterin und dem LNV-Stiftungsrat die neu erstellte Karte, die alle aktuell vorhandenen Altbäume im Einzugsbereich des Neckars dokumentiert. Der Vorstellung folgte die Besichtigung der kartierten Altbäume auf der Nachtigalleninsel, auch Lina Hähnle Auwald genannt, sowie die Neupflanzungen am Neckarufer unterhalb der Regiswindiskirche. 
Bürgermeisterin Pfründer bedankte sich beim AK Neckar-Schwarzpappel für dessen wertvolle Arbeit, wodurch die Neckar-Schwarzpappeln für Lauffen zu einem Markenzeichen geworden seien. Inge Maass sowie Conrad Fink vom AK hoben die gute Kooperation mit der Stadt Lauffen a. N. hervor. Sie, wie auch der Vorsitzende des LNV-Stiftungsrates, Dr. Gerhard Bronner dankten Bürgermeisterin Pfründer für den freundlichen Empfang. 
Nächste Station der Besichtigung war die Erhaltungspflanzung im Gewann Wasen im nördlichen Neckarknie. Dort hat der AK die noch vorhandenen und nachgezüchteten Neckar-Schwarzpappeln angepflanzt. Sie sollen zusammen mit anderen Gehölzen der Aue zu einem Auwald heranwachsen. 
Inge Maass erläuterte das Projekt und die erfolgten Maßnahmen, welche in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung der EnBW erfolgten. Das Projekt ist nun bereits 20 Jahre alt und die Bäume haben schon eine stattliche Höhe von bis zu 10 Metern erreicht. 
Insgesamt hat der AK im Einzugsbereich des Neckars rund 150 Altbäume dieser Wildart gefunden, erfasst und kartiert. Diese Altbäume hat er durch witterungsbeständige Schildchen markiert, welche dem für Naturdenkmale nachempfunden sind und die Aufschrift „Schwarzpappel“ tragen (s. Foto). Diese Kennzeichnung soll mithelfen, die wertvollen Restbestände der gefährdeten Population langfristig zu erhalten. 
Unterstützt wird der AK dabei vom Kreisforstamt Heilbronn. So hat das Forstamt u. a. die Kooperation mit der Hochschule für Forstwissenschaften Rotenburg initiiert. Hierbei hat eine Studentin der Hochschule ihre Bachelorarbeit über das Auenwäldchen in Lauffen a. N. verfasst.
Der Stiftungsrat der Stiftung des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg waren beeindruckt von dem vorgestellten Projekt und boten auch für die Zukunft eine Kooperation an.
Mehr zum Projekt und den Hintergründen findet man unter dem Link: 
https://www.energie-klimaschutz.de/projekte/umweltprojekte/
(Text Conrad Fink)

06.26: Präsentation einer Bachelorarbeit zu "Schwarzpappel"

Mit dem Titel “Wachstum und Qualität ausgewählter Schwarz-Pappel-Genotypen auf einer Erhaltungsanlage bei Lauffen am Neckar” hat eine Studentin der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg den Baumbestand des Pappelwäldchen in Lauffen am Neckar untersucht. 
Inge Maass und Conrad Fink vom “Arbeitskreis Neckar-Schwarzpappel” waren unter den Zuhörern und sehr angetan von der fundierten und systematischen Bearbeitung der Fragestellung und der umfangreichen Literaturrecherche.

Neben forstwirtschaftlichen Zielen (Verwertung des Holzes) und klimatischen Zielen (CO2 Äquivalent) ist der Artenschutz (Erhalt einer aussterbenden Baumart) ein Aspekt, der einer gesonderten Beachtung bedarf.
Eine forstrechtliche Anerkennung des Lauffener Wäldchen gibt Hoffnung für den Erhalt der Schwarzpappelarten entlang des Neckars.

Die Bachelorarbeit von Frau Ellen Rudy kann über die Bibliothek der Hochschule eingesehen und heruntergeladen werden. Der Link dafür ist in der Kurzfassung der Autorin Ellen Rudy enthalten und kann genutzt werden,  sobald die Arbeit in der Bibliothek eingestellt ist. 

28.7.23:Wäldchentag in Lauffen a.N.

20-jähriges Bestehen des AK "Erhaltung der Neckarschwarzpappel"
Mitglieder und Beteiligte am Projekt zu Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel treffen sich am Pappelwäldchen in Lauffen a. N. v. li.: Karlheinz Frey (AK Schwarzpappel und BUND Nürtingen), Conrad Fink (AK Schwarzpappel und BUND KV Ludwigsburg), Jürgen Hellgardt (BUND Lauffen a. N.), Karin Zimmer (BUND Ingersheim), Fritz Gebhard (Forstbetrieb), Friedrich Waller (Baumschule), Gerald Hesse (BUND Lauffen a. N.), Florian Schier (EnBW Liegenschaften), Dorothe Groß (EnBW Ökologie und Umwelt), Ulrike Ackermann (GBA Stuttgart), Inge Maass (AK Schwarzpappel).

Vor zwanzig Jahren hat sich der Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel gegründet. Vor zehn Jahren wurde eine Erhaltungspflanzung in Lauffen a. N. angelegt.
Aus Anlass dieser Jubiläen trafen sich Mitglieder des Arbeitskreises jetzt am Wäldchen in Lauffen. Neben seiner Funktion der Generhaltung erfüllt das Wäldchen auch Ziele des Klimaschutzes. Mit dabei waren Vertreter des Eigentümers EnBW, von Kommunen und Verbänden welche Bäume gepflanzt haben. So etwa der BUND, die Baumschule Waller, Fachleute aus dem Forst und sonstige Aktive des Arbeitskreises. 
Die Schwarzpappel - eine bedrohte Baumart
Die echte Schwarzpappel wuchs früher nahezu in allen Auwäldern unserer Flüsse. Sie ist eine Pionierbaumart, die von Hochwässern neu geschaffene Sand- und Kiesbänke besiedelt. Die Vernichtung der Auen durch Kanalisierung der Flüsse, Bebauung und Intensivlandwirtschaft raubte dieser Baumart ihre Lebensräume. Auch die Kreuzung der heimischen Wildform der Pappel mit der kanadischen Pappel trug dazu bei, dass die Art heute als „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“ in die Roten-Listen aufgenommen werden musste.
Das Aussterben von Arten reißt Löcher in die Ökosysteme, welche dann zusammenbrechen und deshalb ihre Wohlfahrtswirkung nicht mehr erbringen können. Unser Leben hängt vom Funktionieren dieser Ökosysteme ab.
Ehrenamtliche tragen zur Rettung der Art bei
Am Neckar galt die Art lange als ausgestorben. Bis im Jahr 1997 am Neckar bei Nürtingen noch ein kleines Restvorkommen der bedrohten Art entdeckt wurde. Diesem nahm sich der Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel seit 2003 an und suchte im Einzugsbereich des Neckars nach weiteren Bäumen dieser Wildform.
Insgesamt konnte der Arbeitskreis, welchem u. a. Förster, Botaniker, Genetiker, Behörden, Umweltverbände und Baumschuler angehören, noch 143 Altbäume der Schwarzpappel im gesamten Neckareinzugsgebiet finden. Ihre Artreinheit wurde mittels Genanalyse durch Forstliche Versuchsanstalten bestimmt. Danach gibt es 34 Genotypen im Neckareinzugsgebiet, die sich genetisch unterscheiden. Es handelt sich um eine eigenständige Population, die sich von den anderen Populationen in Baden-Württemberg unterscheidet.
Auenwäldchen in Lauffen ist eine Erhaltungspflanzung und ein Beitrag zum Klimaschutz
Von allen Genotypen wurden Steckhölzer gewonnen und in der Baumschule Waller in Schwäbisch-Hall aufgeschult. Nur diese Baumschule bietet bis heute diese Nachzuchten aus zertifizierten gebietseigenen Herkünften an.
In Lauffen a. N. wurde vor 10 Jahren auf zwei Hektar Fläche mit den Nachzuchten eine Erhaltungspflanzung für alle Genotypen angelegt. Inzwischen ist die Anpflanzung mit weiteren Auwaldgehölzen zu einem Wäldchen herangewachsen. Die größten Bäume erreichen bis zu 12 Meter Höhe. In diesem Wäldchen ist das ganze genetische Spektrum einer eigenständigen Pappelpopulation enthalten – das ist einmalig! Außerdem wird hier das Klimaschadgas Kohlendioxid gespeichert und der Auwald hilft Hochwässer zu entschärfen.
Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des Wäldchens trafen sich Mitglieder des Arbeitskreises jetzt an der Erhaltungspflanzung.
Die notwendige Pflege und Nachpflanzungen wurden besprochen. In den 10 Jahren seit der Erstanlage wurden noch einige weitere Altbäume mit eigenem Genotyp im Neckargebiet gefunden, die ins Wäldchen aufgenommen werden sollen. Die Gesamtfläche wurde für solche Nachzügler erweitert.
Das Projekt bezieht sich auf ganz Baden-Württemberg
Der Arbeitskreis hat sich nicht nur am Neckar engagiert, sondern im ganzen Bundesland. So haben die Ehrenamtlichen alle noch bekannten Bestände der Schwarzpappel in Baden-Württemberg aufgesucht und sie auf ihre genetischen Besonderheiten überprüft. Die Ergebnisse sind neu und verblüffend. Es gibt in Baden-Württemberg fünf Populationen der Schwarzpappeln, welche sich an ihre Flüsse angepasst haben und hier eigene Unterarten ausgebildet haben. Diese befinden sich am Neckar, am Oberrhein (2 Populationen), am Bodensee und an der Donau. An der Donau hat die BUND-Gruppe Ehingen ein sehr erfolgreiches eigenes Schutzprojekt auf den Weg gebracht.
Das Generhaltungsprojekt hat Leuchtturmfunktion
Das Projekt des Arbeitskreises hat deutschland- und europaweit viel Beachtung gefunden und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. So etwa mit einem Preis der Region Stuttgart und vor wenigen Tagen mit dem Umweltpreis des Landkreises Ludwigsburg. 

AK Schwarzpappel

Projektinfonmationen des Arbeitskreises zur Erhalt der Neckar-Schwarzpappel
Info V - 03.2021
InfoIV  - 08.2026 neu (04.2015)  
Info III - 12.2014
Info II - 2013
Info I - 2012

Naturschutzinfo 1/2015 LUBW

weitere Infos zu Schwarzpappeln auch auf der Seite des OV Ingersheim

BUND-Bestellkorb