Regionalverband StuttgartDer fachmännische Schnitt von Apfelbäumen
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Der fachmännische Schnitt von Apfelbäumen

 (© Wolf Ohl / © BUND Ortsverband Korntal-Münchingen)

Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum. Das könnte meinen, wer noch nie an einem Schnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Korntal teilgenommen hat.

Einige Mitglieder des BUND-Ortsverbands haben sich auf dieses kleine Abenteuer eingelassen. Und an einem einzigen Vormittag enorm viel gelernt über Obstbäume und die Kunst, sie fachgerecht zu schneiden. Ein Schnittkurs beim OGV Korntal bedeutet: Drei Stunden lang „schaffa wie die Brunnabutza“ (für hochdeutsch sozialisierte Leser: „Arbeiten wie die Brunnenreiniger“) - und dennoch richtig viel Spaß haben.

Doch bevor man dem Baum mit Astschere, Schneidgiraffe und Hoch-Entaster auf den Leib rückt - Verzeihung, auf das Holz rückt – kommt das Ritual der „Baumansprache“. Baumansprache heißt: Man fragt den Apfelbaum, wie es ihm denn so geht. 

 (© Wolf Ohl / © BUND Ortsverband Korntal-Münchingen)

Da Bäume eher wortkarg sind, muss man sich die Antwort selbst geben. Dazu umrundet man den Baum und betrachtet ihn aufmerksam. Erst sehen, dann sägen, lautet die Regel. Hat der Baum ein stabiles Kronengerüst? Haben Stammverlängerung und Leitäste lästige Konkurrenten? Gibt es steil aufragende Wasserschossen? Fällt Licht bis in die unteren Bereiche der Krone? Wachsen Triebe ins Innere? Hat sich ein Pilz ausgebreitet? 

Während man sich so mit den Bäumen beschäftigt, lernt man vor allem eines: Kein Baum ist wie der andere. Jeder hat seinen Charakter, seine Persönlichkeit, seine Biographie, manchmal seine Leidensgeschichte. Darin sind Bäume den Menschen ähnlich. Ist das vielleicht der Grund, warum viele von uns eine so tiefe, emotionale Beziehung zu Bäumen pflegen? Mein Bruder, der Baum?

 (© Wolf Ohl / © BUND Ortsverband Korntal-Münchingen)

Was uns zu einer weiteren Frage führt: Mögen Bäume es eigentlich, geschnitten zu werden? Vermutlich ja. Denn es ist der Schnitt, der ihre Lebenskraft weckt und erhält. Bleibt ein Apfelbaum sich selbst überlassen, wird er etwa 20 Jahre alt. Bei regelmäßigem Schnitt jedoch kann er es auf 60 bis 80 Jahre bringen. Wofür würden wir uns entscheiden?

Den klugen Frauen und Männern des OGV Korntal herzlichen Dank für eine grandiose Lehrstunde!  

Uli Lukas 

Link zum OGV Korntal

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