Regionalverband Stuttgart
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Vor achtzig Jahren ...

Gedenktafel an der Bank unter der Friedenslinde  (© Michael Seehoff / Lerchenflug)

Vor achtzig Jahre endete der Zweite Weltkrieg und die Herrschaft des deutschen Faschismus war überwunden. Die 1995 auf der Birkemer Höhe von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Korntal-Münchingen gepflanzte Linde symbolisiert nicht nur den Frieden (in Deutschland wurden immer wieder nach Kriegen Linden gepflanzt), sondern sie ist auch ein Zeichen der Versöhnung. Unsere französische Partnerstadt und belgische Partnerstadt haben immer wieder die Feiern an diesem Friedensbaum unterstützt, der auf einer ehemaligen Flakstellung gepflanzt wurde.

... und eine Linde wurde gepflanzt

Aktive Bürger bei der Errichtung der Friedenslinde 1995 (v.l.n.r.): Herr Mair (Gärtner) Frau Unfried (BUND), Herr Wagenblast (Bau der Bank) , Herr Lawrenz (BUND). Im Hintergrund der Stamm der neu gepflanzten Linde.  (© BUND Ortsverband Korntal-Münchingen)

Harald Wagner erinnert an mutige Bürger

Pfarrer i.R. Harald Wagner hält eine beendruckende Rede. Für die frankophonen Gäste übersetzte die Rede Hildegund Ohl  (© Michael Seehoff / Lerchenflug)

Es ist mutigen Bürgen zu verdanken, die – anstatt Granaten auf den Feind zu schießen – den heranrückenden französischen Truppen mit einer weißen Fahne entgegen gingen und so die Zerstörung der Stadt verhinderten. Daran erinnert Harald Wagner in seiner Festrede am 10. Mai zum 80. Jahrestages der Kapitulation und des Kriegsendes die versammelten Bürgerinnen und Bürger aus Korntal-Münchingen, Mirande (B) und Tubize (F)

Die Linde: ein Symbol für Heimat, Gerechtigkeit und Frieden

2005: Feier zum 60jährigen Kriegsende. Festredner Wolf Ohl  (© BUND OV Korntal-Münchingen)

Die Linde ist in vielen Kulturen bekannt als ein Symbol für Heimat, Gerechtigkeit und Frieden. Sie ist Sinnbild einer Gesellschaft, in der es sich frei und unbeschwert leben lässt. Die Wörter Dorflinde, Gerichtslinde, Friedenslinde, Tanzlinde zeugen davon. Wer eine Linde pflanzt, spricht eine Sprache, die überall verstanden wird – ohne Dolmetscher und Übersetzer-App. 

Angesichts des Krieges in der Ukraine, bei dem einer unser ehemaliger Befreier, die Sowjetunion, heute als (russischer) Nachfolgestaat einen damaligen Bruderstaat mit Krieg überzieht, wünschte man sich, statt Kanonen zu liefern, Friedenslinden zu pflanzen. Es sollten Verhandlungen klug geführt werden, um ein baldiges Ende dieses fürchterlichen Krieges herbeizuführen.

Bedrohung durch Krieg und der drohenden Umweltkatastrophe

Die Friedenslinde ist nach dreißig Jahren prächtig gewachsen  (© Michael Seehoff / Lerchenflug)

Dieser Krieg kam in der gemeinsamen Rede von zwei Schülerinnen und einer Austauschschülerin aus Frankreich zur Sprache. Jugendliche müssen heute mit den Folgen einer sich verschiebenden Weltordnung leben.

Doch nicht nur Krieg bedroht Europa: Die Herausforderung der ökologischen Krise sind nur auf europäischer Ebene und mit weltweiten Anstrengungen zu lösen. Wir vom BUND haben in der Vergangenheit über 9.000 Gehölzen gepflanzt und so einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz beigetragen. Wir hoffen, dass wir in unseren Anstrengungen für eine lebenswerte Umwelt von den Jugendlichen in unseren Schulen unterstützt werden.

In dieser – heute großen – Linde ist ein Zeichen für die Werte zu sehen, zu denen wir uns bekennen: Frieden, Solidarität und ein Leben im Einklang mit der Natur. Für all dies steht und grünt unsere Friedenslinde.

Michael M. Seehoff

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