Als wir 2009 mit der Streuobstwiesen-AG erstmals mit Grundschulkindern auf der Wiese im Baumwasen unterwegs waren, wussten wir nur vom Hörensagen, dass auf einem abgängigen Baum Steinkäuze gebrütet haben. Seinerzeit wurde eine neue Nisthilfe auf einen benachbarten Baum montiert. Erst im letzten Jahr haben sich hier wieder Steinkäuze eingefunden und erfolgreich gebrütet. Auch dieses Jahr ist die Höhle belegt. Im Auftrag der Vogelwarte Radolfszell werden die Jungvögel beringt und vermessen und ortsübergreifend ausgewertet. Überrascht wurden wir von einer sechsköpfigen Kinderstube. Diverse Messwerte, das Gewicht und der Zustand der Tiere wurde aufgenommen und protokolliert. 105 Gramm wog der leichteste und 128 Gramm der kräftigste.
Die Population der Steinkäuze hat sich in den letzten Jahren dank der großen Engagements von Ehrenamtlichen deutlich erholt. Gab es 1988 nur noch acht nachgewiesene Brutpaare im Landkreis Ludwigsburg (siehe auch www.eulenforschung.de) so sind in diesem Jahr allein in Ingersheim siebzehn Bruten vorhanden. Unsere sechs Winzlingen waren die ersten, die kontrolliert wurden. Wir dürfen gespannt sein, was am Ende der Kontrolle an Jungvögeln in Ingersheim notiert werden kann.
Das Vorhandensein von Bruthöhlen ist ein entscheidender Faktor für die Besiedelung durch den Steinkauz. Auf großen und ausgewachsenen Obstbäumen haben die Ehrenamtlichen der FOGE e.V. in den vergangenen Jahren rund 40 künstliche Bruthöhlen auf unserer Markung angebracht. Ein zweiter Faktor ist die Erreichbarkeit seiner Nahrung. Als Bodenjäger braucht er Grünflächen mit niedriger Vegetation und Ansitzwarten für die Jagd. Einen bevorzugten Lebensraum stellen Streuobstwiesen mit Beweidung und regelmäßiger Mahd dar.
Wir helfen Steinkäuzen, wenn wir
- große, mitunter abgestorbene höhlenreiche Bäume belassen,
- auf Pestizide verzichten, die zur Verringerung des Nahrungsangebot führen
- auf chemische Mittel gegen Mäuse verzichten
- Vertrauen in die Greífvögel und Eulen als fliegende Mausefallen haben
- Grünland und Streuobstwiesen erhalten.
Die Kontrolle auf Ingersheimer Markung in 2021 ergab 19 nachgewiesene Bruten. Insgesamt 52 Jungvögel wurden beringt.
2022 was die Anzahl der Jungvögel geringer gegenüber dem Vorjahr. Geringeres Nahrungsangebot und zu wenig gemähte Wiesen mögen Gründe dafür sein. Insgesamt waren es 17 Brutpaare, davon 10 erfolgreich und 29 beringte Jungvögel.