Regionalverband Stuttgart
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Enttäuschende erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe - Gäubahn muss dauerhaft und ohne Unterbrechung zum Hauptbahnhof fahren

02. Oktober 2019

BUND Landesverband Baden-Württemberg und BUND Regionalverband Stuttgart

BUND-Kommentar zu STZ-Artikel 01.10.2019

„Erste Prämissen für den Schienenbau nach S 21":

Als absolut enttäuschend und unzureichend bewertet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die von einer Arbeitsgruppe von Bahn, dem Landesverkehrsministerium, Region und Stadt Stuttgart vorgelegten erste Prämissen für den Schienenbau nach Inbetriebnahme des S21-Tiefbahnhofs.

„Einziger Lichtblick ist das Offenhalten möglicher unterirdischer Ausbauoptionen im Knoten. Damit erhält das von uns entwickelte Konzept eines ergänzenden Kombi-Bahnhofs eine realistische Chance auf Realisierung. Völlig inakzeptabel ist indes der Verzicht auf den teilweisen Erhalt von oberirdischen Gleisanlagen als Interimslösung bis zur Fertigstellung der Flughafenanbindung. Die Gäubahn muss dauerhaft und ohne Unterbrechung zum Hauptbahnhof fahren", erklären Gerhard Pfeifer, BUND-Regionalgeschäftsführer und Klaus-Peter Gussfeld, Verkehrsreferent des BUND-Landesverbands.

Eine absehbar jahrelange Unterbrechung der Gäubahn ohne direkte Einführung in den Hauptbahnhof ist ein Desaster für den Schienenverkehr, nicht nur für die Region Stuttgart, sondern auch für die südlichen Landesteile bis zum Bodensee und die angrenzende Schweiz. Der Bau eines Haltepunktes am Nordbahnhof ist nichts anderes als ein „Trostpflästerchen" und ändert nichts Grundsätzliches an den  fatalen Nachteilen. „Die angeblich entgegenstehenden Erfordernisse des Städtebaus sind nicht nachvollziehbar. Zum einen muss das Planungsrecht für den neuen Stadtteil in einem noch viele Jahre dauernden Prozess erst noch geschaffen werden und dann wird das Rosensteinquartier auch nur schrittweise gebaut werden können. Zum anderen besteht dann auch die Möglichkeit, dass der Städtebau auch Rücksicht auf die geplanten unterirdischen Ausbauoptionen Rücksicht nehmen kann. Vor diesem Hintergrund ist eine oberirdische Interimslösung durchaus machbar", erklärt Pfeifer.  

Auch ändert ein Haltepunkt am Nordbahnhof nichts am dann fehlenden Störfallkonzept für die S-Bahn. „Auch die notwendige Verkehrswende in Stuttgart zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz mit deutlich weniger Autoverkehr rückt bei einer langjährigen Unterbrechung der Gäubahn in weite Ferne. Mühsame Umsteigevorgänge in überfüllte S- oder Stadtbahnen, deutlich längere Fahrzeiten für Reisende, die am Hauptbahnhof umsteigen müssen, sind kein Anreiz, auf die Eisenbahn umzusteigen. Sie sind vielmehr eine Einladung, vermehrt das Auto zu benutzen", so Gussfeld.

 

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