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01/2025: Eine Schande für Bietigheim "Elbe-Park ist vernichtet"

15. Januar 2025 | Kreisverband Ludwigsburg

Bietigheim-Bissingen. Für den Baumbestand des Parks der Familie Elbe in Bietigheim-Bissingen begann das neue Jahr schlecht. Nahezu der gesamte Baumbestand, darunter wertvolle alte Parkbäume, wurde jetzt abgeholzt. Ursprünglich umfasste der Park 55 Bäume – nur drei sind übriggeblieben.
Der Vorsitzende des Kreisverbands des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Stefan Flaig, meinte dazu: „Eine Schande für die Stadt Bietigheim-Bissingen, die mit der Landesgartenschau 1989 und dem Bürgergarten einmal Vorbild für eine grüne Stadtentwicklung war.“ Diese Art der Umweltzerstörung sei in Bietigheim-Bissingen jedoch kein Einzelfall. So habe die Bietigheimer Wohnbau GmbH (BW) im sogenannten Lothar-Späth-Carré schon früher den Park einer Unternehmervilla platt gemacht, jetzt eben den historischen Park der Unternehmerfamilie Elbe. Für Viele gehe so auch ein Stück Identität und Stadtgeschichte verloren.
Mit der Vernichtung des Parks gehe aber nicht nur der alte Baumbestand verloren, sondern werde auch der belebte Boden mit Beton und Asphalt versiegelt. Beides wirke sich vor dem Hintergrund der Klimaerhitzung städtebaulich sehr negativ aus. Ebenso sei laut den BUND-Experten davon auszugehen, dass die dort nachgewiesenen geschützten 22 Vogelarten sowie die streng geschützten Fledermäuse Schaden genommen haben. Die Stadt und ihr Bauunternehmen hätten so aktiv zum globalen Artensterben beigetragen. Ob diese Schäden kompensiert werden können, wird beim BUND bezweifelt. Der Verband fordert deshalb zwingend ein Monitoring, mit dem die Entwicklung der Arten nachgewiesen werden kann.Der BUND hatte sich ebenso wie der Schwäbische Albverein und die Bürgerinitiative „Lebenswertes Aurain“ für den Erhalt des Parks eingesetzt und Alternativvorschläge erarbeitet, die jedoch abgetan wurden. Alle Anstrengungen, den Park zu erhalten, scheiterten am Widerstand der Bietigheimer Wohnbau GmbH und der Stadtverwaltung. Auch der Gemeinderat winkte die hochgradig umweltschädigende Planung durch.
Der BUND beobachte gerade in Bietigheim-Bissingen, dass jedes noch freie Stückchen Boden zugebaut werde. Als Argument dafür müsse immer die Wohnungsnot herhalten, so Flaig weiter. Doch hier gehe es eben nicht um die Schaffung billigen Wohnraums, sondern um Betongold, das für finanzschwache Wohnungssuchende unbezahlbar sei. Auf einer Bürgerversammlung wurde angedeutet, dass die Wohnungen der Bietigheimer Wohnbau je nach Größe bis zu 800 000 € kosten können. Vorrang habe der Gewinn der städtischen Baugesellschaft, nicht die Schaffung billigen Wohnraums. Die Bietigheimer Wohnbau werbe für den Verkauf der Wohnungen mit dem Slogan: „Bauen um den Baumbestand: Hier entsteht eine neue Idee vom Leben in der Stadt“. Das sei Greenwashing in Reinkultur, so Stefan Flaig in der Mitteilung seines Vereins. HIER die Meldung zum Download

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